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Contwiger Gemeinderat
Westwallbunker sorgt für Unmut

In der Turn- und Festhalle der VT Contwig muss der Boden saniert werden. Die Kosten dafür liegen bei rund 62 000 Euro.
In der Turn- und Festhalle der VT Contwig muss der Boden saniert werden. Die Kosten dafür liegen bei rund 62 000 Euro. FOTO: VT Contwig
Contwig. Denkmal-Stiftung gegen Überbauung der Anlage. Contwiger Gemeinderat sucht rechtlichen Beistand. Von Fritz Schäfer

„Das ist eine Enteignung“, wählte Contwigs Bürgermeister Karlheinz Bärmann (CDU) auf Nachfrage drastische Worte zum Gebaren der Landesstiftung Grüner Wall im Westen. Die Stiftung möchte nicht, dass im Boden liegende Bunkeranlagen im Baugebiet Auf Mühlbach, Hinterm Bohnrech überbaut werden. Die Gemeinde wollte die Baugrenzen verschieben, um es Bauwilligen zu ermöglichen auf den Bauplätzen ein Haus zu errichten. „Die Bunker wären dann nicht tangiert.“

Dazu sollte es nach Angaben des Bürgermeisters in dieser Woche ein Gespräch mit der Stiftung geben. „Doch das wurde kurzfristig abgesagt“, hatte Bärmann in der Sitzung des Gemeinderats informiert. Deshalb wurde der Beratungspunkt in den nicht öffentlichen Teil verschoben. „Der Rat hat mich ermächtigt, in der Angelegenheit rechtlichen Beistand einzuholen“, informierte Bärmann auf Nachfrage. Zum seit 2006 rechtsgültigen Bebauungsplan habe die Denkmalschutzbehörde des Landes damals keine Einwände, sagte der Bürgermeister. Seit dem Übergang in die Stiftung im Jahr 2014 habe die Gemeinde schon rund 40 000 Euro in Bestandsaufnahme und Verfüllung ausgeben müssen.

„Der Bewilligungsbescheid ist da. Jetzt können wir den Ausbau der Fasaneriestraße angehen“, erklärte Bärmann. Der Ausbau sei auch notwendig stellte Horst Wonka vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Nünschweiler fest. „Die Straße wurde schon so oft geflickt. Es gibt aber immer wieder Risse.“ Die Straße sei geprägt, dass es nur talseitig begehbare Bürgersteige gebe. Nach dem Ausbau soll der Bürgersteig auf dieser Seite ein bis eineinhalb Meter breit sein. Auf der Bergseite soll es zumindest ein Schrammbord geben. Wegen der Steigung wird die 4,75 Meter breite Fahrbahn asphaltiert.



„Das ist ein schwieriges Projekt“, sagte Wonka. Auch, weil es bei der Stichstraße keine Ausweichmöglichkeit gebe. „Das bedeutet, dass die Anlieger während der Bauphase die Häuser nicht anfahren können.“ Eine eventuelle Möglichkeit über Privatgrundstücke und Wirtschaftswege werde „schwierig“, sagte Bärmann. Bei ersten Gesprächen mit den Grundstückseigentümern hätten diese „wenig Bereitschaft“ gezeigt.

Von Frühjahr bis in den Herbst soll die Straße ausgebaut werden. Für November kündigte der Bürgermeister eine Anliegerversammlung an. Die Maßnahme wird auch noch in diesem Jahr ausgeschrieben. Bei der aus dem Jahr 2015 stammenden Planung waren die Kosten auf 341 000 Euro geschätzt worden. „Das reicht vermutlich nicht“, sagte Wonka. Denn seit drei Jahren seien die Preise im Baugewerbe erheblich gestiegen.

Wegen des seit mehreren Jahren bekannten Fischsterbens möchte die Gemeinde den in den 80er Jahren angelegten Tümpel am Freizeitgebiet wieder verfüllen. Der Gemeinderat beauftragte das Ingenieurbüro Vatter und Durawa aus Waldfischbach, die Maßnahme zu betreuen. Zunächst soll das Büro die Kosten für eine Verfüllung abschätzen und den Kosten einer Sanierung gegenüber stellen.

Die Gemeinde Contwig schloss sich der Resolution des Kreistags Südwestpfalz zum Kerosinablass an (wir berichteten). Margit Ernst (CDU) wiederholte dabei noch einmal die geforderte Transparenz und die Suche nach Alternativen zum Kerosinablass. „Es geht um die Gesundheit der Bevölkerung“, betonte Bärmann.

Die Gemeinde gewährt der Vereinigten Turnerschaft Geld für zwei Vorhaben. Zum einen möchte der Verein den aus dem Jahr 1987 stammenden Boden der Turn- und Festhalle erneuern. Die Kosten belaufen sich auf rund 62 000 Euro. Vorbehaltlich einer Zuschussbewilligung durch die Kreisverwaltung zahlt die Gemeinde einen Zuschuss von 7,5 Prozent. Der Betrag muss in einen Nachtragshaushalt eingestellt werden. Weiter erhält der Verein einen Zuschuss für neue Turnmatten in Höhe von 250 Euro.

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Bürgermeister 
Karlheinz 
Bärmann.
Contwigs Bürgermeister Karlheinz Bärmann. FOTO: privat