| 20:15 Uhr

Kulturstiftung
Wertvolle Exponate für Gehrlein-Fuchs

Professor Harald Lehmann gewährt einen Einblick in die erweiterte Mannlich-Sammlung.
Professor Harald Lehmann gewährt einen Einblick in die erweiterte Mannlich-Sammlung. FOTO: Margartete Lehmann
Zweibrücken. Leihgaben der Ike und Berthold Roland-Stiftung für die Zweibrücker Mannlich-Sammlung.

Die Häuser der sogenannten „Herzogsvorstadt“ oder „unteren Vorstadt“ Zweibrückens wurden unter Herzog Christian IV. in den Jahren 1760 bis 1775 von dem Zweibrücker Baudirektor Johann Christian Ludwig Hautt im Barockstil errichtet. Das Haus Herzogstraße 8 kam in den Besitz des Herzogs selbst. Er machte es im Jahr 1772 seinem Hofmaler Johann Christian von Mannlich zum Geschenk. Mannlich hat es mit seiner Familie bis zur Flucht vor den französischen Revolutionstruppen 1793 bewohnt.

Nach wechselndem Besitz erwarb es 1987 die Kulturgutstiftung Gehrlein-Fuchs. Die Stiftung hat mit finanzieller Hilfe des Landesamtes für Denkmalpflege 1986 im 2. Obergeschoss eine „Mannlich-Gedächtnisstätte“ eingerichtet. „Deren großartiger Bestand konnte jetzt durch die Leihgabe der Ike und Berthold Roland-Stiftung wesentlich erweitert werden“, sagt Professor Harald Lehmann, Vorsitzender der Kulturgutstiftung Gehrlein-Fuchs.

Roland schrieb seine Doktorarbeit 1954/55 über „Die Pfalz-Zweibrückischen Maler des 18. Jahrhunderts – ein Beitrag zu einer neuen Sicht der kunsthistorischen Bedeutung und der Kunstpflege Zweibrückens“. Mannlich wurde sein Thema überhaupt: Er schrieb 20 Artikel und Beiträge über den Künstler.



Viele Auszeichnungen wurden ihm zuteil. Roland trug eine große Sammlung entsprechender Originale zusammen, aus der er nun 18 Teile dem Mannlich-Museum in Zweibrücken als Leihgabe überließ. Das wertvollste Exponat ist zweifellos die forbachsche Miniaturensammlung, ein mit Blattgold überzogenes, wohl 30 Zentimeter hohes verziertes Holzobjekt mit farbigen Miniaturen der Familie Forbach: Gräfin Forbach war die „Gemahlin zur Linken“ des Herzogs Christian IV. Zu sehen sind in der Mitte der älteste Sohn des Herzogs, Freiherr Christian von Zweibrücken, Graf von Forbach. Christian und sein Bruder Wilhelm waren Kommandeure des französischen Regiments „Royal Deux-Ponts“; beide zeichneten sich im amerikanischen Unabhängigkeitskampf aus, besonders bei der Einnahme von Yorktown 1781. Rechts neben dem Freiherrn seine Ehefrau Leventine Bethune Pologne; links deren Tochter Kasimire, Gräfin von Sayn-Wittgenstein; darunter deren Tochter Amalia, die im Alter von zwölf Jahren verstarb, und oben schließlich die älteste Tochter von Christian, Eleonore, Gräfin von Gravensreuth. Im Sockel des Goldrahmens eine Porträt-Miniatur von Herzog Christian III.

Ein anderes wertvolles Exponat ist die Originalpartitur der Oper „Iphigenie in Aulis“ des Komponisten Christoph Willibald Gluck, der auch eine Zeit lang in Zweibrücken Halt machte. In Paris wohnte er stets im Zweibrücker Palais.

„Wir sind glücklich, unsere Mannlich-Sammlung jetzt derart erweitert vorstellen zu können“, sagt Prof. Lehmann. „In einer Feierstunde werden wir in der nächsten Zeit in einem kleinen Kreis zusammenkommen, um unsere Mannlich-Gedenkstätte im jetzt vergrößerten Rahmen zu präsentieren“, ergänzt Lehmann.