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Weiter Rätselraten um Schmutz-Schnee

 Der verfärbte Schnee an der Deponie. Foto: Dennis Nizard
Der verfärbte Schnee an der Deponie. Foto: Dennis Nizard FOTO: Dennis Nizard
Zweibrücken. Die Ursache für die Schnee-Verfärbungen an der hiesigen Mülldeponie bleibt unklar. Gestern wurden Proben gezogen, die SGD Süd fordert vom Deponiebetreiber UBZ und den Firmen Terrag und MDSU nun Stellungnahmen. Eric Kolling

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd hat auch nach einem Vor-Ort-Termin gestern noch keine Ahnung, was den Schnee neben der Mörsbacher Mülldeponie großflächig schwarz verfärbt hat. Eine Inaugenscheinnahme habe keine Rückschlüsse ermöglicht. Das sagte gestern SGD-Sprecherin Nora Schweikert auf Anfrage.

Der Deponiebetreiber, der Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken (UBZ), habe Proben entnommen und lasse diese von einem unabhängigen Büro analysieren. Die Ergebnisse erwartet die SGD Süd "in ein paar Tagen". Auch habe die Behörde die drei möglichen Verursacher der Verschmutzungen um schriftliche Stellungnahmen gebeten: die Firma Terrag, die auf dem Gelände eine Konditionierungsanlage für Stäube betreibt, den UBZ und die Mitteldeutsche Schlacke Union (MDSU), die auf der Deponie Rohschlacken lagert und daraus Metalle gewinnt. Die Firmen sollten schildern, ob es bei ihnen Betriebsstörungen gegeben habe oder sich Betriebsabläufe geändert hätten. Eine Frist habe die SGD den drei Firmen nicht gesetzt, doch Schweikert erwartet die Berichte Anfang nächster Woche. "Sonst werden wir da noch mal nachhaken", so Schweikert. Klar ist: Ähnliche Verfärbungen hat die SGD noch bei keinen vergleichbaren Anlagen registriert, auch in Zweibrücken habe es noch nie eine Meldung über solche Zwischenfälle gegeben. Die Bürgerinitiative Mörsbach (BI) vermutet, dass Schlacke von einer nahegelegenen Halde heruntergeweht worden ist.

UBZ-Vize Eckart Schwarz wollte gestern zu den Verfärbungen keinen Kommentar abgegeben. Er verwies auf eine von unbekannter Seite erstattete Strafanzeige und ein damit laufendes Verfahren. Um diese Anzeige gab es einige Verwirrung. UBZ-Chef Werner Boßlet sagte, ihm lägen keine detaillierten Infos dazu vor, vermutlich richte sie sich gegen unbekannt und nicht gegen den UBZ. Weder die Zweibrücker Polizei noch die Staatsanwaltschaft konnten am gestrigen Nachmittag die Existenz der Anzeige bestätigen. Dennis Nizard, Vorsitzender der Bürgerinitiative Mörsbach , sagte, man sei für die Anzeige nicht verantwortlich. Die Gruppe habe sich nach Auftreten der Verfärbungen lediglich bei den Umweltämtern in Zweibrücken und Pirmasens informiert und in Erfahrung gebracht, was man an Schritten einleiten und wer darüber informiert werden muss.