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Diskussion im Stadtrat
Anwohner protestieren gegen geplante Buslinie

 Die geplante Buslinie 228 würde auch durch den Weißdornweg fahren. Die Anwohner im und um den Weißdornweg machen mobil gegen die Buslinie. Symbolfoto: dpa
Die geplante Buslinie 228 würde auch durch den Weißdornweg fahren. Die Anwohner im und um den Weißdornweg machen mobil gegen die Buslinie. Symbolfoto: dpa FOTO: dpa / Jan Woitas
Zweibrücken. Bürger im Weißdornweg klagen: Erschütterungen würden Häuser beschädigen. Einige Ratsmitglieder sind irritiert über die Diskussion. Von Mathias Schneck

Im Weißdornweg und einigen umliegenden Straßen formiert sich massiver Widerstand gegen die von der Stadt geplante Buslinie 228. Diese soll das Wohngebiet Fuchslöcher bedienen und würde künftig auch durch den Weißdornweg verlaufen – bislang eine reine Anliegerstraße. Die Anwohner im und um den Weißdornweg fürchten nun nicht nur um ihre Ruhe – sie haben gar Angst vor Beschädigungen ihrer Häuser durch die Erschütterungen, die die Busse verursachen würden. Diese Argumente wurden jetzt im Stadtrat vorgetragen.

Zu Beginn dieses Tagespunktes hatte Christina Rauch (CDU) um Rederecht für die Bürgerinitiative, die sich gegen die geplante Linie 228 gebildet hat, gebeten. Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) als Sitzungsleiter gab dem statt.

Michael Paulus, Anwohner der unmittelbar am Weißdornweg gelegenen Mühlbergstraße und Sprecher der Kritiker, machte daraufhin deutlich, dass der Widerstand groß sei. Man habe inzwischen rund 160 Unterschriften von Anwohnern gesammelt. „Grundsätzlich begrüßen wir den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs“, sagte Paulus. Aber warum dieser ausgerechnet durch den Weißdornweg führen müsse, erschließe sich ihm nicht.



Die Häuser dort seien „auf Fels gebaut“, so der Sprecher, „jede Erschütterung geht in die Häuser“. Wenn künftig „jede Stunde ein Bus“ durch diese Straße fahre, sei es um die Ruhe der Anwohner geschehen. Und ihre Häuser würden leiden, ist sich Paulus sicher. Schon jetzt gebe es „an einigen Häusern bereits Schäden“, Risse seien ausgemacht worden, dies werde sich gewiss verschlimmern. „Wer haftet künftig für diese Schäden?, fragte er und wollte wissen, „wer überhaupt den Bedarf für diese Buslinie“ festgestellt habe – er bezweifle, dass es einen entsprechenden Bedarf gebe.

Bislang schützt eine rot-weiße Warnbake den Weißdornweg vor Durchgangsverkehr. Diese soll weichen, an dieser Stelle soll dann ein Durchfahrt-verboten-Schild dem Verkehr klarmachen, dass hier nur Busse durchfahren dürfen.

Paulus bezweifelt, dass die Autofahrer sich daran halten werden. Ob man nicht statt des Busses auch Anruf-Sammel-Taxis nutzen könnte, um die Fuchslöcher anzufahren.

Norbert Pohlmann (Grüne) zeigte sich „verwirrt über die Diskussion“. „Es wurde schon vor Jahren angesprochen, dass eine Buslinie in die Fuchslöcher wichtig ist.“ Pohlmann sagte, er sei „mit dem Rad“ durch den Weißdornweg gefahren, für sein Empfinden „stehen die Häuser relativ weit zurück. Ob die Erschütterungen wirklich so groß sind?“

Er merkte an: „Ich verstehe nicht die große Furcht. Wer sollte denn da oben herumfahren wollen?“ Der Weißdornweg sei eine kleine Straße. Der Grüne rief die Verwaltung auf: „Probieren wir es mit der Buslinie 228.“ Nachsteuern könne man, wenn es wirklich Probleme geben sollte, immer noch.

Thorsten Gries (SPD) schloss sich an. Die geplante Buslinie sei „sinnvoll und wichtig“. Seit über zehn Jahren werde darüber gesprochen. Er verstehe zwar die Ängste der Anwohner. Aber auch er finde: „Wir sollten es machen, gegebenenfalls könnten wir nachsteuern.“

Kurt Dettweiler (FWG) sagte, die Überlegung der Anwohner, eine Schranke zu installieren, die nur die Busfahrer mittels Transponder heben könnten, wolle er „auf keinen Fall“. Dettweiler: „Für eine Buslinie eine Schranke – das kann ja wohl nicht sein!“

Aaron Schmidt (Die Partei) entgegnete Anwohner Paulus, dessen Äußerungen muteten „apokalyptisch“ an. Schmidt sagte, er sei gleichfalls für die Linie.

Die Verwaltung muss nun das weitere Vorgehen prüfen.