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Contwiger Chor 2000
Weihnachtliche Reise um die ganze Welt

 Der Contwiger Chor 2000 sang ein gelungenes und abwechslungsreiches Weihnachtskonzert in Rimschweiler.
Der Contwiger Chor 2000 sang ein gelungenes und abwechslungsreiches Weihnachtskonzert in Rimschweiler. FOTO: Sebastian Dingler
Rimschweiler/Contwig. Mit Weihnachtsliedern aus aller Welt stimmte der Contwiger Chor 2000 am vierten Adventsamstag in der Mätthäuskirche Rimschweiler auf das Christfest ein. Von Sebastian Dingler

Weihnachtslieder aus aller Welt hörten die etwa 120 Zuhörer in der Matthäuskirche in Rimschweiler beim Konzert des Contwiger Chors 2000, der zum Sängerbund 1924 gehört. Mit einem Magnificat – das im weiteren Sinne zur Weihnachtsgeschichte gehört – zogen die 14 Sängerinnen und neun Sänger in die Kirche. Dann ging sie los, die weihnachtliche Reise um die ganze Welt.

Zunächst verwirrte Chorleiter Wolf-Rüdiger Schreiweis mit einer kryptischen Anweisung, wann die Zuhörer Applaus spenden durften. Das ist ja bei Kirchenkonzerten oft eine spannende Frage. Letztlich empfahl der Dirigent aber, die Leute sollten selbst entscheiden, ob ihnen danach ist zu applaudieren – das klappte dann auch recht gut.

Nach drei deutschsprachigen Weihnachtsliedern aus der Schweiz, Österreich und Deutschland kam mal ein kurzes Lied auf Rumänisch zu Gehör. Kurz, aber eines der Lieblingslieder des Chors, wie Schreiweis erklärte. Das war nachvollziehbar, bot „Iata vin colindatori“ doch ein hübsches Zusammenspiel von der Melodie der Frauenstimmen und der Rhythmik der Männer.



Dann wurde das erste von sechs bekannten Weihnachtsliedern zusammen mit dem Publikum angestimmt: „Vom Himmel hoch“. Schreiweis lobte dabei die Intonation der Zuhörer, die also die Tonhöhe bis zum Schluss perfekt gehalten hatten. Nach zwei schönen französischen Weihnachtsliedern trug Sänger Markus Huff eine berührende Weihnachtsgeschichte von Sängerin Jana Schaal vor. Sie handelte von einem trauernden Witwer, der einen Anstoß bekommt, um langsam wieder ins Leben zurückzufinden. Für das folgende feierliche Weihnachtslied „God rest you merry, gentlemen“ begab sich ein Quartett des Chores auf die Empore, so dass ein Wechselgesang zwischen oben und unten durch die Kirche hallte – ein gelungener Effekt. Dann musste der Chorleiter selbst nach oben eilen, um die Orgel beim zweiten Mitsing-Lied „Herbei, o ihr Gläubigen“ zu bedienen. Und wieder änderte sich effektvoll die Position der Musiker: Für das traurig-schöne schwedische Weihnachtslied „Jul, jul, stralande jul“ stellten sich die Sängerinnen und Sänger an die Seitenwände der Kirche und sorgten so für besondere Nähe zum Publikum – toll.

Ein weiteres Highlight folgte wenig später: „The Huron Carol“ ist ein im 17. Jahrhundert von einem Missionar in Kanada geschriebenes Lied, das, wie Schreiweis hinterher sagte, „die Weite Kanadas“ hörbar machte. Vor allem das Arrangement mit der Fläche durch die Männerstimmen und der Melodie von den Frauen (später tauschten sie die Rollen) hinterließ einen starken Eindruck.

Mit „Mary, did you know“ aus den USA kehrte der Chor abrupt in die Neuzeit zurück, ehe „Glorious Kingdom“ aus Jamaika erklang. Das klang mehr nach Gospel als nach karibischer Musik, wobei ja beides afrikanische Wurzeln besitzt.

Jana Schaal selbst las dann eine weitere schöne und selbst geschriebene Geschichte vor – von einem Christbaum, der nicht so perfekt ist wie die anderen, sodass er schon befürchtet, nicht mehr verkauft zu werden. Doch ein kleines Mädchen mit einer Beinprothese will genau diesen Baum und keinen anderen haben. Passend dazu natürlich zum Mitsingen: „O Tannenbaum“.

Dann folgte ein Block von ganz typischen US-amerikanischen Weihnachtsliedern, von „Let it snow“ bis „Sleigh Ride“, ehe das Publikum wieder einbezogen wurde. Erst erklang „O du fröhliche“, dann zog der Chor mit „Stille Nacht“ aus.

Zurück blieb der überaus positive Eindruck eines wunderbaren Chors und eines höchst abwechslungsreichen Programms von Weihnachtsliedern aus aller Welt. Wie Chor-Sprecherin Simone Blatt erklärte, will der Chor 2000 nächstes Jahr erstmal das 20-jährige Bestehen feiern und dann etwas Neues wagen: Ein Konzert zu Halloween.