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Weihnachten Lernstube
Große Weihnachtsfreude in der Lernstube

 Die Vertreter der drei Chöre übergaben im Beisein von Bürgermeister Christian Gauf (2. v.r.) die beiden Schecks an Billie Jean Paulus (r.) und Eva Clauer (2.v.l.).
Die Vertreter der drei Chöre übergaben im Beisein von Bürgermeister Christian Gauf (2. v.r.) die beiden Schecks an Billie Jean Paulus (r.) und Eva Clauer (2.v.l.). FOTO: Cordula von Waldow
Eine großzügige Spende aus der Ersten Zweibrücker Chorweihnacht ließ die Augen in den beiden Zweibrücker Lernstuben in Bubenhausen strahlen. Mit dem Betrag werden „Edelsteinmomente“ für die Kinder und ihre Eltern realisiert, die mit dem knappen Alltagsbudget sonst unmöglich wären.

Erst ungläubiges Staunen, dann große Weihnachtsfreude herrschte in der Städtischen Lern- und Spielstube in der Webenheimer Straße. Langsam, Ziffer für Ziffer, hatte deren Leiterin, Billie Jean Paulus, die Kinder auf die großzügige Spende vorbereitet, die sie, ebenso wie die Lern- und Spielstube in der Brückenstraße, erhalten würden. Bereits bei elf Euro herrschte Freude, die sich bei 111 Euro noch steigerte. Als die Erzieherin noch eine weitere Eins davor malte und den Betrag von 1111 Euro an die Wandtafel schrieb, war das Weihnachtsglück perfekt.

„Was wir davon alles machen können!“ Denn das Geld wird in Freude für die 18 Kinder zwischen sechs und 14 Jahren investiert, die solchen Genuss aus ihrem häuslichen Umfeld nicht oder nur sehr eingeschränkt kennen. Schon seit Anfang Advent sind die Wunschzettelsterne an einer Schnur quer durch den Wohn- und Lernraum der kleinen Wohnung in dem Mehrfamilienhaus am Ende von Bubenhausen aufgehängt. Drei Wünsche bis zu einem Betrag von 15 Euro hatten sich die Kinder im Bestellkatalog auswählen dürfen. „Davon erfüllen wir einen“, erklärte Billie Jean Paulus.

„Edelsteinmomente“ nennt sie diese besonderen Augenblicke. Ihr Bestreben ist es, den ihr anvertrauten jungen Menschen möglichst viele solcher Momente zu schenken. Dazu gehört auch das Plätzchenbacken im Advent oder das gemeinsame Schmücken des geschenkten Weihnachtsbaums. Sie sagt: „Wir, Sigrid Martin und ich, leben mit den Kindern. Wir sind wie eine Familie.“



Im Zeichen der „Partizipation“ durften die Kinder auch zwischen Pizzaessen oder Kinobesuch mit Popcorn wählen und hatten sich demokratisch für die „Eisprinzessin 2“ entschieden. Neben Ausflügen, um den Jungen Menschen auch Kultur und Landschaft außerhalb von Zweibrücken nahe zu bringen und Spaß abseits vom Lern-Ort zu haben, soll das Geld auch in Gemeinschaft mit den Eltern investiert werden. Paulus lobt: „Wir haben ein sehr gutes und enges Verhältnis zu den Eltern. Diese nehmen durchweg sehr gerne an Weihnachtsfeier oder Sommerfest oder einem gemeinsamen Ausflug mit den Kindern teil.“
In den Lern- und Spielstuben werden Kinder aus vorwiegend schwierigen sozialen Verhältnissen betreut. Das Budget der Stadt aus dem Haushalt „Freiwillige Aufwändungen“ deckt dabei zwar Miete, Gehälter und ein warmes Mittagessen ab, lässt jedoch keine Extra-Aufwendungen zu. Billie Jean Paulus betont: „Das Mittagessen und Snacks wie Obst sind ganz wichtig, damit die Kinder auch nachmittags noch geistige Leistung erbringen können.“ Sie weiß, dass dies für einige Kinder oft die einzige Mahlzeit des Tages darstellt. Neben der pädagogischen Arbeit seien daher die Elternarbeit wie auch die Sozialraum-Arbeit so wichtig, damit die Kinder sich wohl und angenommen fühlen. Sie berichtet: „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zu allen Bewohnern hier.“ Die Kinder seien laut und wild, tobten gerne im Garten herum und spielten Fußball, doch noch nie habe es eine Beschwerde oder schon nur ein unfreundliches Wort gegeben. Im Gegenteil: In den Sommerferien kümmert sich die Nachbarschaft um den Gemüsegarten, den die Kinder im Rahmen des Projekt „Biotopia“ anlegen konnten, gießen und bringen sogar die Ernte vorbei.

Dennoch ist jeder zusätzliche Euro hilfreich für eine pädagogische Arbeit, die „das Notwendigste“ übersteigt. Deshalb auch freute sich Bürgermeister Christian Gauf sehr über den Geldsegen für die Zweibrücken Lern- und Spielstuben. Der hohe Betrag von 2222 Euro, der hälftig an die beiden Wolfslocher Einrichtungen verteilt wurde, zeuge davon, dass die Zweibrücker deren Bedeutung erkannt hätten und gerne unterstützten. Die Zweibrücker Chöre CanTabile, Cantamus und das Himmelsbergchörchen hatten bei ihrem Advents-Konzert in der Alexanderskirche um Spenden für die beiden der insgesamt fünf Zweibrücker Lern- und Spielstuben gebeten. „Wir haben uns dafür entschieden, lieber einen größeren Betrag nach Bubenhausen in die Brennpunkte im Wolfsloch zu geben, als mit der Gießkanne zu verteilen“, erklärte Initiator Klaus Jürgen Fuhrmann als Sprecher der Chöre-Gemeinschaft. Er freut sich ebenfalls über die Wertschätzung der Konzertbesucher, sowohl für die Leistung der Chöre als auch für die Zukunft der Stadt Zweibrücken: die Kinder.⇥cvw