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Stadtrat
Weg frei für das Quartier Alte Brauerei

 Das im Februar gerodete Areal oberhalb des Parkbräu-Geländes ist bereits wieder überwuchert.
Das im Februar gerodete Areal oberhalb des Parkbräu-Geländes ist bereits wieder überwuchert. FOTO: Jan Althoff
Zweibrücken. Der Zweibrücker Stadtrat hat den Bebauungsplan gestern Abend beschlossen. Von Fritz Schäfer

(sf) „Das Projekt ist eine Aufwertung für die Stadt“, äußerte sich Dirk Schneider (SPD) positiv über den Bebauungsplan für das frühere Gelände der Parkbrauerei. Dabei nannte er die Dachbegrünung der Gebäude als „beispielgebend“. Zudem erwähnte Schneider die Arbeitsplätze, die bei dem Vorhaben geschaffen werden. Die Mehrheit des Rates schloss sich dieser Auffassung gestern an. „Auch die Grünen, die sich wie drei Vertreter der AfD enthielten, begrüßten das Projekt Quartier Alte Brauerei für die Stadtentwicklung grundsätzlich. Allerdings haben die Grünen weiter Bedenken, wegen der zu hohen Wohnhäuser im Hang, erklärte Norbert Pohlmann. „Wir wollen einer Aufwertung aber nicht im Wege stehen.“

Laut Walter Buchholz (AfD) sei zu wenig auf die Wünsche der Anlieger eingegangen worden. Dem widersprach der Beigeordnete Henno Pirmann (SPD), der darauf hinwies, dass der Investor die Bauhöhe reduziert habe. „Wir sollten alle das Projekt begrüßen“, sagte Christoph Gensch (CDU). Zum Argument der Frischluftzufuhr meinte er, dass man „die Kirche im Dorf lassen soll“.

Zuvor hatte Claudia Lennartz vom Büro Agsta die Einwände und Anregungen aus der Bevölkerung und von Trägern öffentlicher Belange erläutert und die Gründe für die Zurückweisung ausgeführt. Von Seiten des Stadtrats gab es wie am Dienstag von Seiten des Bauausschusses keine Widerrede gegen die Ausführungen der Stadtplanerin.



So gab es sowohl aus der Bevölkerung wie auch von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Bedenken wegen der negativen Auswirkungen der mehrstöckigen Gebäude auf das Stadtbild. Der Vorwurf wurde zurückgewiesen. Im Gegenteil: Durch das Vorhaben werde ein langjähriger städtebaulicher Missstand beseitigt. Dieser Missstand durch die Gebäude der Brauerei belaste das historische Umfeld stark.

Auch die Rodung wurde von den vier Einwendungen angesprochen. Dabei verwies Lennartz darauf, dass es sich bei der Rodungsgenehmigung um ein eigenständiges Verfahren handele, dass keine rechtliche Voraussetzung für den Bebauungsplan darstelle. Im Übrigen habe das zuständige Forstamt die Genehmigung erteilt.

Der Nabu hatte hinsichtlich Umwelt- und Naturschutz keine Bedenken. Allerdings werde durch die Riegelbebauung entlang der Hofenfelsstraße der Abfluss der Frischluftproduktion unterbunden. Die Riegelbebauung schütze die dahinterliegenden Gebäude vor Lärm und sei im Sinne des Denkmalschutzes zu beachten. Zudem bewirke der neue Gebäudekomplex keine Verschlechterung des Ist-Zustands.

An der Hofenfelsstraße plant der Investor Manfred Schenk ein Hotel und Pflegeeinrichtungen. Im Hang unterhalb des Baumbestands sind Wohngebäude geplant. Nach dem Satzungsbeschluss kann der Investor die Baugenehmigung
einreichen.

 Das Parkbräu-Gelände, wie es heute aussieht.
Das Parkbräu-Gelände, wie es heute aussieht. FOTO: Jan Althoff