| 15:04 Uhr

Stadtrat gibt grünes Licht
Weg frei für 22 neue Bauplätze

FOTO: dpa / Lino Mirgeler
Zweibrücken. Der Stadtrat gibt grünes Licht für die Projekte in Mittelbach-Hengstbach und in Oberauerbach. Über der Frage, ob die Straße im Mittelbacher Projekt privat bleiben sollte, entzündet sich eine Debatte. Von Mathias Schneck

Einstimmig hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung den Weg für rund 22 neue Bauplätze frei gemacht. Acht davon sind für das Projekt „Bickenalb Blick“ in Mittelbach-Hengstbach vorgesehen, bis zu 14 weitere sollen im Wohngebiet „Nördlich der Gerhart-Hauptmann-Straße“ in Oberauerbach entstehen.

Das Bauprojekt in Oberauerbach war in der Stadtratssitzung ein schnell erledigter Tagesordnungspunkt; der Rat sah keinen Diskussionsbedarf, die Sache war klar, Oberauerbachs Ortsvorsteher Andreas Hüther (CDU) sagte, er wisse bereits jetzt von zehn Interessenten für die maximal 14 Bauplätze, das zeige, wie groß die Nachfrage sei, er begrüße die Entwicklung.

Bezüglich des Baugebiets „Bickenalb Blick“ war der Redebedarf dafür umso größer. Zwar war sich der Rat auch hier einig, dass grünes Licht gegeben werden sollte. Doch entzündete sich eine lebhafte Diskussion ob der Frage nach der privaten Zufahrtstraße im „Bickenalb Blick“, Hintergrund ist, dass ein privater Investor (Werner Ipser) das Gebiet erschließen möchte.



Dirk Schneider (SPD) hat bezüglich dieses Punktes Bauchschmerzen. Er sei für das Baugebiet, aber: Wenn die Straße in privater Hand bleibe, müssten die Anwohner die Kosten für den Straßenausbau und die Straßenbeleuchtung künftig selbst tragen. Schneider zeigte sich ungewiss darüber, ob allen Häuslebauern dort wirklich klar sei, was das bedeute.

Volker Neubert (CDU) schloss sich Schneiders Bedenken an. „Nicht, dass das untergeht. Es handelt sich hier um eine rein private Erschließung“, betonte er.

Schneider regte an, die Stadt solle die besagte Straße in ihr Eigentum überführen, damit es für die Anwohner später kein böses Erwachen gebe. Er bemängelte ferner, dass die private Erschließungsstraße so schmal sei, dass dort künftig wohl kein Fahrzeug der Müllabfuhr durchkomme. Die Anwohner müssten ihren Müll rund 100 Meter weiter zu einer Sammelstelle tragen – bei mehreren Mülltonnen, die dort von jedem Hausbesitzer hingekarrt werden müssten, sei das ein nicht zu unterschätzender Aufwand.

Werner Boßlet, Leiter des UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) stellte klar, dass der UBZ beziehungsweise die Stadt die Erschließung der Straße nicht übernehmen würden. „Es sind auch gar keine öffentlichen Mittel in den Haushalt eingestellt worden“, sagte Boßlet.

„Es die erste Privatstraße in Mittelbach-Hengstbach“, gab Schneider zu bedenken. Für ihn wäre das Baugebiet „Bickenalb Blick“ aus diesem Grund ein „Baugebiet zweiter Klasse“. Baudezernent Henno Pirmann (SPD) widersprach energisch. „Jeder, der dort baut, weiß um die Umstände“, betonte er. Und eines dürfe man in der Diskussion nicht außer acht lassen: Eben weil die Erschließung des Baugebiets privat erfolge, seien dadurch die Kosten für die Interessenten deutlich niedriger als bei einer öffentlichen Erschließung.

UBZ-Chef Boßlet bekräftigte: „Es ist die Entscheidung des Investors.“ Und er merkte an, dass durch die private Erschließung das Projekt rascher entstehe. Griffe die öffentliche Hand ein, müsse man hier von einem ganz anderen Zeitfenster sprechen.

Abgesehen von der Frage nach der privaten Erschließungsstraße gab es im Stadtrat ausschließlich Lob. Thorsten Gries (SPD) sagte, seine Fraktion sei froh darüber, dass zwischen Stadt und Investor bezüglich kritischer Punkte Einverständnis erzielt werden konnte.

Auch Kurt Dettweiler (FWG) zeigte seine Erleichterung. Dettweiler, Ortsvorsteher von Mittelbach-Hengstbach, sagte, nach anfänglichen Bedenken einzelner Anwohner über das Baugebiet seien nun „alle Beteiligten zufrieden“.

Dazu beigetragen hat auch, dass der private Investor den Sorgen von Anwohnern, ihre Aussicht würde verbaut, dahingehend entgegen kam, dass er die zulässige Gebäudehöhe im „Bickenalb Blick“ auf höchstens acht Meter reduzierte, es sind maximal zwei Vollgeschosse erlaubt (wir berichteten).

Norbert Pohlmann (Grüne) begrüßte das Zustandekommen dieser Einigung. „Es war eine schwere Geburt“, blickte er auf die Diskussionen zurück. Bei einer „Innenverdichtung“ der Stadt, also der Schließung bestehender Baulücken, gehe es nicht anders „als dass man mit den Nachbarn spricht“, hob der Grüne hervor. „Nun haben wir gegenseitiges Verständnis füreinander – weil nicht über- sondern miteinander gesprochen wurde“, lobte er.

Christina Rauch (CDU) lobte gleichfalls die Entwicklung bezüglich des Projekts „Bickenalb Blick“. Rauch meinte bezüglich der acht Bauplätze dort: „Es ist ein Anfang.“ Dennoch bleibe die CDU dabei, dass künftig Baugebiete aus städtischer Hand entstehen müssten – und zwar bezahlbare Projekte, auf denen dann Einfamilienhäuser für junge Familien realisiert werden könnten.