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Interview mit Dominique Horwitz
„Was sind die roten Teufel?“

Dominique Horwitz kommt nach Zweibrücken.
Dominique Horwitz kommt nach Zweibrücken. FOTO: Sinje Hasheider / Sinje Sabine Hasheider
Der in Paris geborene und in Deutschland lebende Schauspieler, Sänger, Regisseur und Buchautor Dominique Horwitz gastiert diesen Sonntag, 15. April, 18 Uhr, mit seiner Musikrevue „Me and the Devil“ in der Zweibrücker Festhalle. Der 60-Jährige wurde auch durch sein Mitwirken in Filmen wie „Stalingrad“ bekannt. Von Sebastian Dingler

Sie kommen am Sonntag mit einer Musikrevue in die Zweibrücker Festhalle namens „Me and the Devil“ – was muss man sich darunter vorstellen?

Dominique Horwitz Ich hatte das große Glück, mich mit dem Freischütz beschäftigen zu dürfen, ich habe den mal inszeniert, und das ebenso große Glück, den Black Rider zu spielen.

Der auf dem Freischütz basiert …



Horwitz … bei der Welturaufführung von dem Musical von Tom Waits. Daraus entstand die Idee, beide Werke miteinander zu kombinieren und einen teuflischen Abend zu gestalten, der letztlich das Thema hat: Wofür ist ein jeder von uns bereit, seine Seele zu verkaufen? Es gibt dann natürlich noch andere Songs, die ich da hinein verflechte.

Ich nehme doch an, dass die Rolling Stones zu Gehör kommen?

Horwitz Ätschibätsch, nein! Das war mir zu naheliegend. Jeder, dem ich von dem Abend erzähle, weiß schon, dass „Sympathy for the Devil“ dabei sein wird – das ist der Grund, warum ich den Song nicht singe.

Herr Horwitz, haben Sie etwas Teuflisches an sich?

Horwitz Ich hoffe doch. Ich hoffe es sehr, ebenso wie ich es für Sie hoffe! Ansonsten wären wir langweilig.

Das heißt, Sie sind fasziniert von der Figur des Teufels?

Horwitz Als Schauspieler und Sänger ist diese Figur natürlich sehr dankbar. Die Idee des Teuflischen ist doch sehr inspirierend. Es lohnt sich für jeden, sich mit seinen Schattenseiten zu beschäftigen. Ich habe das große Glück, es auf sehr humorvolle, rockige und jazzige Weise machen zu dürfen.

Haben Sie irgendeinen Bezug zur Pfalz oder gar zu Zweibrücken?

Horwitz Nein. Außer dass ich den Wein mag.

Ich dachte jetzt auch an die Roten Teufel.

Horwitz Was sind die Roten Teufel?

Oh, Sie interessieren sich nicht für Fußball!

Horwitz Nein – oder nicht genügend zumindest.

Wie lange spielen Sie das
Programm schon?

Horwitz Mit langen Unterbrechungen sechs Jahre.

Haben Sie sich das Programm selbst ausgedacht oder gab es da noch einen Autoren im Hintergrund?

Horwitz Nein, kein Autor. Nur die Arrangements sind von Jan Christof Scheibe. Im Laufe der Vorstellungen haben wir den Abend aber immer weiter entwickelt. Das Ziel ist, dass wir immer reicher und bunter werden, deswegen verändern wir den Abend stetig.

Wie haben Sie dieses tolle
Promo-Bild hingekriegt?

Horwitz Da war Premiere am Deutschen Schauspielhaus im Hamburg, da haben wir uns überlegt, welche Motive man verwenden kann – so trete ich auch auf.

Also auch mit den Kontaktlinsen?

Horwitz Die nicht, nein, die waren nur fürs Foto (lacht).

Was haben Sie geplant an neuen Projekten?

Horwitz Wenn ich mit der Tour fertig bin, gehe ich auf Lesetour, mein zweiter Roman „Chanson d’Amour“ ist gerade erschienen. Nach der Musiktour kommt also die Literatur-Tour.

Was ist mit dem Schauspieler
Dominique Horwitz?

Horwitz Der Schauspieler hat jetzt in diesem Jahr ein bisschen Pause. Der Musiker hat Vorrang, auch der Regisseur. Ich habe jetzt gerade „Moskau, Tscherjomuschki“ am Musiktheater im Revier inszeniert und Ende des Jahres werde ich in Würzburg „Ariadne auf Naxos“ inszenieren. Davor werde ich einen neuen Abend über die Dreigroschenoper herausbringen, mit derselben Band wie jetzt. Und Ende des Jahres einen neuen Abend über Serge Gainsbourg. Der wäre Anfang des Monats 90 geworden.

Die Fragen stellte
Sebastian Dingler.