| 17:27 Uhr

Überflieger
„Es hat jeder die Planung gehabt“

 Der Überflieger, derzeit mit Stopp-Schildern.
Der Überflieger, derzeit mit Stopp-Schildern. FOTO: Jan Althoff
Zweibrücken. Die Stadt hat die Entstehungsgeschichte der Überflieger-Misere erforscht. Von Jan Althoff

(jam) Wer sich mit dem Überflieger befasst, stellt sich bald die Frage: Was ist da schief gelaufen? Und wer ist Schuld daran? Zumindestens auf eine dieser Fragen hat die Stadt Zweibrücken am Donnerstagnachmittag eine Antwort geliefert.

Laut Stadt-Pressesprecher Heinz Braun geht die Geschichte so: In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre wurde im Rahmen des Baus des Bubenhauser Kreisels und der Südtangente ein Plan für den Überflieger entwickelt. Genehmigt wurden die Pläne 1998. In diesen Plänen ist laut Braun die jetzt gewünschte Einfädelspur enthalten.

Doch wie es so geht im Leben: Das Projekt Überflieger wurde zunächst einmal zurückgestellt. Bis ins neue Jahrtausend. 2006 dann fiel auf, dass die alten Pläne von 1998 überarbeitet werden müssen, weil sich in der Zwischenzeit die DIN-Vorschriften für Brückenbauwerke geändert hatten. Also wurden die Pläne überarbeitet.



Was aber, und hier liegt der Knackpunkt, die Planer nicht auf dem Schirm hatten: Auch die Normen und Vorschriften für die Straßen selber waren geändert worden. Während früher eine Breite von sieben Metern ausreichte für eine Einfädelspur, müssen es jetzt 7,5 Meter sein. Eine Breite, die laut Messungen des Umwelt- und Servicebetriebes Zweibrücken (UBZ) der Überflieger in seiner jetzigen Form an den entscheidenden Stellen nicht durchgängig erreicht. „Wenn die alten Normen noch gegolten hätten, hätte es gereicht, dann hätte es eine Ummarkierung gegeben“, sagt Heinz Braun.

Tun sie aber nicht. Deshalb wird die Stadt jetzt – eigentlich versteht sich das von selbst – gemeinsam mit dem Lanbesbetrieb Mobilität (LBM) in Kaiserslautern und dem Autobahnamt in Montabaur nach Lösungsmöglichkeiten jenseits der beiden Stopp-Schilder suchen. „Wir sind der Auffassung, dass es die gibt“, versichert Braun.

Wie die Lösung aussehen könnte? „Das müssen wir mal sehen.“ Wie lange es dauert, bis eine Lösung gefunden und umgesetzt ist? „Ich werde den Teufel tun und eine Zeitschiene aufzeigen.“ Aber „nicht allzu lange“ soll es dauern.

Die Schuldfrage ist für die Stadt auch nach Abschluss der Ursachenforschung noch nicht entschieden. „Es hat jeder die Planung gehabt“, sagt Braun. Und die Stadt habe ja auch nicht geplant, sondern lediglich Planung in Auftrag gegeben. „Das ist schon irgendwie eine Verkettung von Umständen, die so nicht hätten sein sollen.“