| 21:14 Uhr

Kammerchor Zweibrücken
Walpurgisnacht als echtes Kunstereignis

Der Kammerchor Zweibrücken bei seinem beeindruckenden Konzert im Audimax.
Der Kammerchor Zweibrücken bei seinem beeindruckenden Konzert im Audimax. FOTO: Margarete Lehmann
Zweibrücken. Kammerchor Zweibrücken und Solisten bestreiten ein beeindruckendes Konzert im Audimax der Hochschule.

Mit einer aus dem Dunkel aufsteigenden Melodie aus dem Freischütz von Carl Maria von Weber „beginnen wir unsere Reise in die wundersame Welt der unsichtbaren Geister, der Hexen und Elfen, der Nymphen, Druiden und schwarzen Ritter“. So lautet der erste Satz im ausführlichen Programmheft zu diesem außerordentlichen Konzert des Zweibrücker Kammerchors im Audimax der Hochschule auf dem Kreuzberg. Die Zuschauer verharrten 90 Minuten mucksmäuschenstill, nur ein Kleinkind protestierte sofort, wenn die Musiker eine noch so kurze Pause einlegten.

Schuberts Erlkönig gestaltete Fabian Hemmelmann, Bariton, mit großartiger Ausdruckskraft, Steffen Buchmann am Konzertflügel spielte konzentriert und lieferte ein Klangbild voller Dramatik bis hin zum bestürzenden Ende.

Zwischen den einzelnen Stücken las Silvia Bervingas Texte – beruhigend, aber eindringlich. Das Elfenlied von Hugo Wolf sang Eva-Maria Schappé sehr zart, durchscheinend beinahe, eben elfenartig. Tief beeindruckend die Kantate Loreley op. 70 von Ferdinand Hiller für Chor und Solisten. Ein geschlossenes Gesamtkunstwerk. Der Chor sang präzise, in feinen Nuancen, himmelhochjauchzend und wieder weit weg aus der schnöden Welt – manches Stück als bewegte Performance.



In der Reihe der großen Komponisten fehlten nicht Edward Elgar, Claude Debussy mit „Syrinx“, Guiseppe Verdi mit dem Eingangschor aus „Macbeth“ und Mendelssohn Bartholdy – großer Namen und großartiger Gestaltung kein Ende. Steffen Buchmann am Klavier gewann schnell die Aufmerksamkeit der Zuhörer und hielt auf hohem Niveau sein kraftvolles Spiel durch. Sein Vater Otto Buchmann zeigte sich hingerissen im Gespräch. „Ich habe ihn länger nicht so schwierige Stücke spielen hören, ich bin fasziniert von der gesamten Aufführung.“

Vorsitzende Daniela Striegel meinte vor dem Konzert: „Das Wetter, so schön es ist, für uns ist es schlecht.“ Deutsche Romantiker und französische Impressionisten ließen aber alle Sorgen schwinden, hell leuchteten nicht nur „Die Geister am Mümmelsee“ von Hugo Wolf. Passende Lichtbilder wurden auf die große Leinwand projiziert, Lichteffekte sorgten für die richtige Stimmung. Lichte schöne Momente steuerte die 18-jährige Imke Michaels mit ihrer Querflöte bei.

Sehr gut aufgehoben waren alle in den Händen von Dorothea Jakob, die die Gesamtleitung innehatte. Dirigierstudium, Masterstudium in Chorleitung und Sopranistin sprechen hier für sich. Natürlich war auch Anita Bischoff, Zweibrücker Multitalent, unter den Zuhörern. „Jetzt haben Sie genug zu schreiben“, sagte sie. Recht hatte sie.