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Walk of Fame und französisches Viertel?

Könnte ein Modell-Eiffelturm Attraktion eines „französischen Viertels“ in Zweibrücken werden.
Könnte ein Modell-Eiffelturm Attraktion eines „französischen Viertels“ in Zweibrücken werden. FOTO: Peter Kneffel/dpa
Zweibrücken. Bürger-Ideen fürs Zweibrücker Stadtmarketing sorgen für rege Diskussion. Bisherige Events brächten auf Dauer zu wenig. Lutz Fröhlich

Der fusionierte Verein "Gemeinsamhandel" (seit gut einem Jahr) und die neue Citymanagerin Petra Stricker (seit fast zwei Jahren) haben in Sachen Stadtmarketing in Zweibrücken schon einiges bewegt (wir berichteten). Allerdings gibt es bei etlichen am Thema interessierten Bürgern Zweifel, ob die bisherigen Strategien ausreichen, um mehr Leute in die Stadt zu bringen.

Das zeigt eine lebhafte Diskussion in den vergangenen Tagen in der Facebook-Gruppe "Zweibrücken unsere Stadt" mit weit über hundert Wortmeldungen. Ausgelöst hat diese Debatte Mathias Glahn, ein studierter Biologe aus Dellfeld, mit ausführlichen Vorschlägen fürs Zweibrücker Stadtmarketing (weil Glahn Lehrer ist, nutzt er bei Facebook ein Pseudonym). Seine Generation - Glahn ist Anfang 40 - kaufe meist in den Style Outlets, im Internet oder in anderen Innenstädten ein.

Das aber lasse sich ändern und vor allem mehr Outlets-Besucher in die Zweibrücker City locken, ist Glahn überzeugt. Dafür aber reichten bisherige Stadtmarketing-Aktionen wie Modenschauen oder Lyonerfest nicht aus, findet Glahn. Diese brächten zwar "kurzfristig etwas mehr Interesse", aber: "Hier werden einfach Veranstaltungen geplant, die jede andere Stadt im Umkreis in ähnlicher Form anbietet." Glahn fordert "ein ganzheitliches Konzept", um das sich "ein ganzes Team kümmern" müsse. Glahn nennt ein paar Ideen, was man konkret anders und mehr tun könne. "Denkbar wäre ein französisches Viertel im Bereich Hallplatz. Gastronomie angepasst an Frankreich.

Die spezielle Pâtisserie, das Spezialitätengeschäft für Wein oder Käse, etc. eingerahmt durch ansprechende Architektur: zum Beispiel ein Modell des Eiffelturms oder andere Sehenswürdigkeiten (Leute schauen gerne). Mit einer Beleuchtung oder einer Lasershow aufgewertet - für die Wintermonate. Da lohnt es sich für auswärtige Besucher, einen Abstecher in die Innenstadt zu machen. Der Rosengarten könnte entsprechend für sich ein Konzept ,Vive la France' entwickeln."

Auch ein Schwerpunkt "Pfälzer Spezialitäten" in der City wäre eine Idee. Zweibrücker Fahrradhändler könnten in Sportmode-Outlet-Stores spezielle Räder ausstellen und zudem Segway- oder E-Bike-Touren anbieten. "Ganz gefragt bei den Kids derzeit" seien Hoverboards. Auf jeden Fall gelte es, "sich von der Masse abzugrenzen, spezielle Angebote zu schaffen, die Kunden ansprechen, die auch tiefer in den Geldbeutel greifen". Zweibrücken könne sich auch vom "Walk of Fame" (der Stars verewigt) in Los Angeles inspirieren lassen und einen "Walk of Fame mit berühmten Politikern oder Sportlern aus der Pfalz" schaffen: "Schlaue Geschäfte würden dann ein Helmut Kohl Menü anbieten und das Heinz Becker Sprüchebuch verkaufen."

Das alles seien nur spontane Ideen, betont Glahn, der keiner Partei angehört. Ihm gehe es darum, eine Debatte anzustoßen. "Ein runder Tisch oder ein Ideenwettbewerb an der FH oder an Schulen würden sicher auch bessere Ideen als eine Modenschau generieren." Toll finde er, "wie lebendig auf Facebook diskutiert wird". Eine Teilnehmerin etwa hat einen "Zweibrücker Rosenstrauß" vorgeschlagen, mit dem Geschäfte ständig oder an Wochenenden Rosen verschenken oder verkaufen könnten, um die "Rosenstadt" erlebbarer zu machen.

Mathias Glahn schließt: "Bitte lasst uns mit dem Jammern aufhören. Kreativität, Innovationen und ein ganzheitliches Konzept sind gefragt, um für die Innenstadt eine positive Entwicklung einzuleiten."



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