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Kriminelle Banker
VR-Bank-Mitarbeiter veruntreuen 1,1 Millionen Euro

FOTO: Patrick Seeger / dpa
Zweibrücken. Einer der Beteiligten hat die Flucht nach vorne angetreten und die ganze Angelegenheit dem Vorstand gemeldet. Von Jan Althoff und Guido Glöckner

Was genau passiert ist und wie viele Mitarbeiter beteiligt waren – dazu will sich die betroffene Bank, die VR Bank Südwestpfalz derzeit nicht äußern. Eine Sprecherin vertröstete die Presse auf ein für Montagnachmittag angesetztes Pressegespräch.

Bekannt sind folgende Fakten: Am 26. Februar hatte einer der betroffenen Mitarbeiter den Vorstand über die Vorgänge informiert. Er und andere langjährige Mitarbeiter hatten laut VR-Bank „durch betrügerische Handlungen einen Betrag von 1,1 Millionen Euro veruntreut“. Die sofort eingeleiteten Nachforschungen ergaben Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Straftat, so dass die VR-Bank unverzüglich Anzeige erstattete. Den betroffenen Mitarbeitern wurde fristlos gekündigt.

Paul Heim, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Südwestpfalz eG, erklärte, dass ebenfalls unmittelbar nach Bekanntwerden außerdem interne Maßnahmen zur Aufklärung des Falles ergriffen wurden. „Wir unterstützen einerseits die ermittelnden Behörden vollumfänglich, um den Vorgang restlos aufzuklären. Gleichzeitig unternehmen wir auch innerhalb unserer Bank alles, was getan werden kann, um den exakten Tathergang und die unternommenen betrügerischen Handlungen festzustellen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende. So wurde unverzüglich eine Sonderprüfung durch den zuständigen genossenschaftlichen Prüfungsverband beauftragt. Im Zuge dieser Prüfung werden unter anderem alle Einzelsachverhalte aufgearbeitet und umfassend dokumentiert. Ziel der Ermittlungen sei es auch, dass durch die Erkenntnisse Schadensersatzforderungen geltend gemacht werden können, um das veruntreute Vermögen wiederzuerlangen, betonte der Vorstandsvorsitzende.



Der Aufsichtsratsvorsitzende, Stefan Markert, erklärte, dass es sich mutmaßlich um einen schwerwiegenden Untreuefall handele, aber seitens des Vorstands schnell und richtig gehandelt wurde. „Eine vollständige Aufklärung steht nun im Vordergrund“, betont er. Sowohl Markert als auch Heim wiesen ausdrücklich darauf hin, dass Kunden der Bank zu keiner Zeit Ziel der betrügerischen Handlungen waren. „Kundengelder standen zu keiner Zeit im Fokus der bisher ermittelten Vorgänge. Wir werden unsere Kunden und Mitglieder in Abstimmung mit den ermittelnden Behörden zeitnah und laufend über den Vorgang informieren“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende.