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Vor der Abstimmung im Bundestag
Organspende: Politiker aus der Region für Widerspruchslösung

 Die Zweibrücker Wahlkreis-Bundestagsabgeordnete Anita Schäfer (CDU).
Die Zweibrücker Wahlkreis-Bundestagsabgeordnete Anita Schäfer (CDU). FOTO: Anita Schäfer / CDU
Zweibrücken/Berlin. Bei der Abstimmung über die Organspende bekommt die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und dem SPD-Politiker Karl Lauterbach vorgeschlagene Widerspruchslösung zwei Stimmen aus der Südwestpfalz. Von Jan Althoff

Die Bundestags-Abgeordneten Anita Schäfer (CDU) und Angelika Glöckner (SPD) erklärten auf Merkur-Anfrage, für diese Lösung zu stimmen. „Ich bin mir der ethischen und juristischen Herausforderungen dabei bewusst“, schreibt Anita Schäfer. Nach zahlreichen Gesprächen mit Experten und Betroffenen sei sie aber zu der Überzeugung gelangt, „dass wir einen grundlegenden Schritt tun müssen. Denn in Deutschland warten tausende Menschen und mit ihnen deren Familien auf Organe“. Die Widerspruchslösung „ist eine Aufforderung an jeden von uns, sich bewusst mit dieser Frage auseinanderzusetzen. Diese wichtige Entscheidung verbleibt bei jedem Einzelnen und niemand wird zur Organspende gezwungen“. Sie erhoffe sich von dieser Reform, „dass die grundsätzlich positive Haltung zur Organspende in unserem Land sich dadurch deutlicher für die Betroffenen auswirkt“.

Angelika Glöckner sieht „die Widerspruchslösung als ein taugliches Mittel, diese Auseinandersetzung zu fördern und der geringen Anzahl an spendenbereiten Personen entgegenzuwirken“. Durch die Möglichkeit zu widersprechen werde niemand gezwungen, seine Organe zu spenden. Gleichzeitig gälten Personen ohne Organspende-Ausweis, die aber bereit wären, ihre Organe zu spenden, nun als Spender. Somit änderte sich für Personen, die eine klare Position zum Thema Organspende haben, nichts, „da sie entweder widersprechen können, oder als Spender behandelt werden“, so Glöckner.



Auch der Zweibrücker Landtagsabgeordnete Christoph Gensch (CDU) spricht sich in einer Stellungnahme für die Widerspruchslösung aus. Es müsse niemand Angst haben, betont der Mediziner. „Die Organspende bleibt auch mit einer doppelten Widerspruchslösung eine freie und persönliche Entscheidung. Aber diese muss dann bewusst getroffen werden und versetzt uns in eine Situation, in der mehr Menschen geholfen werden kann. Für die 10 000 Wartenden ist das eine große Chance auf Leben.“

Der Alternativ-Vorschlag zur Regelung der Organspende sieht vor, die Bürger regelmäßig über Organspende aufzuklären, etwa bei Beantragung des Personalausweises. Dabei sollen sie dazu angehalten werden, ihr Ja oder Nein zur Organspende in einem Online-Register festzuhalten.

 Am Donnerstag entscheidet der Bundestag über die Regelungen zur Organspende.
Am Donnerstag entscheidet der Bundestag über die Regelungen zur Organspende. FOTO: dpa / Marie Reichenbach
 Die südwestpfälzische Bundestagsabgeordnete Angelika  Glöckner (SPD).
Die südwestpfälzische Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner (SPD). FOTO: -lo- ISDN/Mail / SPD
 Der Zweibrücker Landtagsabgeordnete Dr. Christoph Gensch.
Der Zweibrücker Landtagsabgeordnete Dr. Christoph Gensch. FOTO: CDU Zweibrücken / CDU