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Schulprojekt
Von der Bläserklasse zum Zentrum für Blasmusik

 Mit 21 Kindern unterrichtet Björn Weinmann (rechts) ein beachtliches Blasorchester.
Mit 21 Kindern unterrichtet Björn Weinmann (rechts) ein beachtliches Blasorchester. FOTO: cvw
Zweibrücken. Der Musiker und Pädagoge Björn Weinmann hat ehrgeizige Pläne: Bläserklassen wenigstens in jeder Grundschule und  Zweibrücken zu einemn Ausbildungszentrum für Blasmusik aufrüsten. Die 21 Schüler der Bläserklasse 5f der Mannlich-Realschule plus nehmen an einer Bläser-Challenge teil und sind begeistert.

„Herr Weinmann, können Sie mir mal helfen?“ Geduldig geht Björn Weinmann von einem zum nächsten Kind und hilft ihm dabei, sein Blasinstrument zusammen zu bauen. Am Anfang ist das gar nicht so einfach, sich mit den Einzelteilen, dem perfekten Sitz der Bohrlöcher und Klappen übereinander und vor allem den empfindlichen Mundstücken zurecht zu finden. 21 Kinder besuchen in diesem Schuljahr die Bläserklasse 5f der Mannlich-Realschule plus MRS.

Sie gehören zu den 20 Glücklichen, die von der Firmas Jupiter ausgewählt und mit einem Instrumentensatz ausgestattet wurden. Ein Jahr stellt das Unternehmen Querflöten, Klarinetten, Saxophone unterschiedlicher Stimmlagen, Posaunen und sogar Euphonium oder Tuba kostenfrei zur Verfügung. Am Ende des Schuljahres gibt es bei der Jupiter-Challenge eine Bläserklassenfahrt in den Europapark Rust zu gewinnen. Mit Björn Weinmann hat die Klassen einen ebenso engagierten wie erfahrenen Pädagogen und Musiker. Einige Schüler kennen ihn bereits von den Bläserklassen aus der Grundschule. Sie helfen den Einsteigern bei den ersten Schritten.

Björn Weinman hat eine Vision: In zumindest jeder Grundschule ist eine Bläserklasse eingerichtet, gerne auch an allen weiterführenden Schulen in Zweibrücken. Neben einer deutlich spürbaren Steigerung der sozialen Kompetenz durch das gemeinsame Musizieren verbessere sich bei vielen der Gesamtnotendurchschnitt. Zum ersten Mal kann an der MRS in diesem Jahr die Bläserklasse mit 14 Schülerinnen auch in Jahrgangsstufe sieben weiter geführtt werden. So können die Abschlusskonzerte der Halbjahre sowie offizielle Anlässe auf breitem Niveau mit dem satten Klang eines großen Orchesters musikalisch begleitet werden. Spätestens mit Beendigung der Bläserklassen können die Schüler ins Jugendorchester der Herzog-Christian-Musikschule oder zur Stadtkapelle wechseln.



Beide werden von Björn Weinmann geleitet. Dieser ist, als sein neuestes Projekt, gerade dabei, eine Bläserklassen-Schule selbst zu komponieren. Das Werk wird von der Bläserklasse 6f live eingespielt und dann der 5f und kommenden Klassen als Demoaufnahme zur Verfügung gestellt. „Das ist meines Wissens einzigartig in Deutschland“, erklärt der Musiker und Pädagoge.

Währenddessen können die Kinder kaum erwarten, dass der Unterricht beginnt und sie ihre Instrumente erlernen. Max Ecker zeigt stolz seine Trompete. Ein Freund, der bereits trompetet, hat ihn auf die Idee gebracht. Angelina Uhlmann begeistert sich für den Klang des Saxophons. Sie ist sicher: „Das wird Spaß machen!“ Eva Libolsky spielt bereits seit zwei Jahren Querflöte und Klavier. Sie ist ganz begeistert von Björn Weinmann.

Für Aaliyah Gundacker (Querflöte) und Selina Glahn (Klarinette) war die Bläserklasse ein wichtiges Argument bei der Auswahl der weiter führenden Schule. Bei Mädchen sind sich einig: „Toll, dass die Schule das anbietet.“ Björn Weinmann indessen plant bereits weiter: „Unser Bestreben ist es, Zweibrücken zu einem Zentrum für Blasmusik auszubauen, ganz egal ob das dann die symphonische Blasmusik, böhmisch mährische Blasmusik, BigBand oder die verschiedensten Ensembles sind.“ Dies wäre zudem ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt.