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Viele Wanderer zieht es nach Wattweiler

 Voilà: Wattweiler bietet Wanderern jede Menge interessante Wege, wie Ortsvorsteher Reinhard Kunze demonstriert. Fotos: voj (3)/dpa (1)
Voilà: Wattweiler bietet Wanderern jede Menge interessante Wege, wie Ortsvorsteher Reinhard Kunze demonstriert. Fotos: voj (3)/dpa (1)
Zweibrücken. Für viele Menschen ist Wattweiler zu einem attraktiven Naherholungsgebiet geworden. Nicht erst seit die Kugelfanghütte an der Straße in Richtung Mittelbach wieder geöffnet hat, zieht es zahlreiche Spaziergänger in die herrliche Gegend. Norbert Rech

"An der Einfahrt zur Hütte steht auch eine Tafel, auf der die verschiedensten Wege zum Wandern ausführlich beschrieben sind", informiert Ortsvorsteher Reinhard Kunze. Sehenswert sind auf diesem Teil der Gemarkung vor allem die zwei erhaltenen Grabhügel der Kelten. Die Funde der Ausgrabungen, die in Museen nach Speyer, Saarbrücken, Berlin und Metz gebracht wurden, gelten als verschollen.

Von der Hütte aus könnten die Wanderer zum Mölschbacherhof weitergehen. Oberhalb davon fand 1413 eine Ritterschlacht statt. Ursache war ein Streit um Besitztümer. Besonders schön sei aber vor allem die Guldenschlucht an der Talstraße in Richtung Blieskastel. Sie trägt ihren Namen nach Gustav Adolf Gulden, einem früheren Vorsitzenden des ehemaligen Zweibrücker Verschönerungsvereins. Der Verein legte die Schlucht an, um ein Ausflugsziel in der Umgebung der Stadt zu schaffen. Die geologischen Ursprünge der Guldenschlucht liegen in der Nach-Eisenzeit. Vor rund 11 000 Jahren bildeten sich Flüsse und Bäche . Die Wassererosion formt bis in die heutige Zeit die Buntsandsteinfelsen zu kunstvollen Gebilden. Die hohe Luftfeuchtigkeit führt zudem zu einer einzigartigen Vegetation. Unter anderem ist in der Schlucht die seltene Mondviole zu finden. Besondere Bedeutung erhält der Wanderpfad auch dadurch, dass er Teil des Jakobswegs ist, einer international bekannten Pilgerroute. "Im Sommer ist hier der ideale Ort, um sich an heißen Tagen abzukühlen und neue Kraft zu schöpfen", weiß Kunze. Der Pfad durch die Schlucht sei 460 Meter lang und steige 80 Meter an. Auf dem Weg geht es zuerst über einen kleinen Holzsteg, der über ein Bächlein führt. Dann geht es über vor einigen Jahren neu angelegte Stahlgittertreppen nach oben.

Von dort führt der Weg über den Rosenhof zum mittelalterlichen Schlachtfeld auf der Wattweiler Höhe. "Hier fanden von 1276 bis 1278 drei weitere Rittergefechte statt", erklärt Kunze. Es habe sich um den Blieskasteler Erbfolgekrieg gehandelt, der nach dem Tod von Graf Rainald von Lothringen entbrannte. Die Wanderung geht weiter zum höchsten Punkt der Wattweiler Gemarkung (351 Meter) - der Wolfsacht. Es handelt sich hier um eine "Hinrichtungsstätte" für Wölfe, die Menschen einen Schaden zugefügt hatten. Diese wurden auf der Wattweiler Höhe gehängt.