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Streit um große Koalition
Viele neue SPD-Mitglieder, aber nur wenige im Juso-Alter

Zweibrücken. Eintrittswelle im Unterbezirk — Die Zweibrücker Jungsozialisten wählen Theresa Wendel und Philip Zajonz als ihre neuen Vorsitzenden.

Seit der Zustimmung des Bundesparteitags der SPD zu Koalitionsverhandlungen mit CDU/CSU trommeln die Jusos für Partei-Eintritte, um so beim Mitgliederentscheid die Große Koalition (Groko) zu verhindern. Auch im SPD-Unterbezirk Pirmasens/Zweibrücken gibt es seit dem Bonner Parteitag eine Eintrittswelle: Man habe 16 neue Mitglieder gewonnen, teilt die SPD-Regionalgeschäftsstelle Westpfalz mit. Allerdings ist völlig offen, ob das den Jusos etwas bei ihrer No-Groko-Kampagne hilft – denn das Durchschnittsalter der neuen Genossen liegt mit 54 Jahren deutlich über dem Juso-Alter (unter 35-Jährige). Nur zwei der Neumitglieder kommen aus Zweibrücken.

Einstimmig haben sich die Zweibrücker Jusos bei einer Mitgliederversammlung gegen eine neue Große Koalition ausgesprochen. Neben inhaltlichen Gründen sprächen auch grundsätzliche Bedenken gegen die Groko. „Das Land braucht auch eine starke, demokratische Oppositionspartei. Wohin eine Dauer-Groko führen kann, sieht man am Beispiel des Nachbarlandes Österreich“, waren sich die Zweibrücker Jusos einig. Darüber hinaus sähen sie vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Pflicht, eine Regierung zu bilden und Politik zu gestalten anstatt vieles nur auszusitzen. „Notfalls muss eine Minderheitsregierung her; die SPD kann nicht als Notnagel herhalten“, so die Vorsitzenden Theresa Wendel und Philip Zajonz.

Im Gegensatz zu vielen anderen Juso-Gruppen rufen die Zweibrücker auf Facebook nicht zu Eintritten zur Verhinderung der Groko auf. Warum? Theresa Wendel erläutert auf Nachfrage: „In letzter Zeit waren wir auf unserer Facebookseite bzw. allgemein nicht mehr sehr aktiv, da es bei den Vorstandsmitgliedern einige berufliche Veränderungen gab.“ Man freue sich „aber selbstverständlich über jedes neue Mitglied, das sich politisch bei der SPD im Sinne unserer Grundwerte einbringen will“. Auf der Zweibrücker Juso-Seite gegen die Groko zu werben, sei aber auch deshalb nicht notwendig, weil „SPD und Jusos auf Bundes- und Landesebene auf diese Möglichkeiten hinweisen und die Medien täglich darüber berichten“.



Die acht (von insgesamt rund 40) der bei der Zweibrücker Juso-Versammlung erschienenen Mitglieder wählten Theresa Wendel und David Zajonz einstimmig zu gleichberechtigten Vorsitzenden. Wendel wurde dabei im Amt bestätigt, Zajonz folgt auf Pervin Taze, die nicht wieder kandidierte, aber als Stadtratsmitglied im Vorstand mitarbeitet. Den Vorstand komplettieren die stellvertretenden Vorsitzenden Tim Christmann, Marcel Dupre, Nina Eicher, Tilman Pfersdorff und Rebecca Wendel.