| 20:33 Uhr

Nardini-Klinikum
Viele neue Erfahrungen mitgebracht

Die Auszubildenden waren im In- und Ausland unterwegs. Mit auf dem Foto Schwester Elisa Döschl, Oberin und Schulleiterin sowie Hiltrud Müller, Kursleiterin und stellvertretende Schulleiterin.
Die Auszubildenden waren im In- und Ausland unterwegs. Mit auf dem Foto Schwester Elisa Döschl, Oberin und Schulleiterin sowie Hiltrud Müller, Kursleiterin und stellvertretende Schulleiterin. FOTO: Nardini-Klinikum
Zweibrücken. Schüler der Gesundheits- und Krankenpflegeschule am Zweibrücker Nardini-Klinikum hospitierten in Berlin, Salzburg und Indien. Von Lutz Fröhlich

Heimweh hatten die sieben Schülerinnen und Schüler der Gesundheits- und Krankenpflegeschule am Zweibrücker Nardini-Klinikum St. Elisabeth schon ein wenig. Vier Wochen hospitierten sie in Kliniken in Berlin, Salzburg und Indien. Dabei vermisste Ricardo Hernandez-Nieves in Salzburg vor allem das heimische Essen: „Das war dort schon anders.“ Selbst die seit Jahren in Zweibrücken lebende Schwester Rose Thankachan, die für die Zeit im Holy Family Hospital in Kerala sogar in ihre indische Heimat zurückkehrte, fehlte die Rosenstadt.

Aber alle können ihren Mitschülerinnen und Mitschülern nur empfehlen, das Angebot anzunehmen, wie sie in einem Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur erzählten. Neben den Erfahrungen in anderen Krankenhäusern und in anderen Umgebungen habe das auch „etwas für die Selbstständigkeit gebracht“, sagte Pelin Karakus und ergänzte: „Das war auch ein Abenteuer.“ Wie zwei Kolleginnen und ein Kollege war die Kaiserslautererin im Unfallkrankenhaus in Berlin. Im Vorfeld hatten sich die vier über das Krankenhaus informiert, sich auch um die Stelle und eine Wohnung beworben. „Das gehört zu dem Programm dazu“, sagte die Leiterin der Gesundheits- und Pflegeschule, Schwester Elis Döschl. Sie habe gereizt, in einem großen Krankenhaus zu arbeiten und in einer großen Stadt zu leben. Dabei sei sie von den Ärzten gut aufgenommen worden. „Die waren begeistert, dass wir so motiviert waren und so viel wussten.“

Ebru Yildirim aus Sulzbach schilderte ihre Erfahrungen in den Stationen bei Schlaganfallpatienten und in der Rettungsstation. „Wir durften schnell selbstständig arbeiten.“ In dem großen Berliner Krankenhaus ist die moderne Zeit eingezogen. „Da wird alles digital dokumentiert“, sagte Yildirim.



Sarah Horvath aus Thaleischweiler war in der Neurochirurgie und bekam Einblicke in den OP-Bereich. Wie Jan Steidel aus Kaiserslautern sei sie von den Ärzten im UKB gut aufgenommen worden. „Und es war auch spannend, Berlin zu erleben“, sagte Horvath.

In Österreich sei die Ausbildung näher an einer Hochschul-Ausbildung, sagte Hernandez-Nieves. „Da ist der Beruf des Krankenpflegers mehr anerkannt.“ Auch in dem Krankenhaus in Salzburg habe die Digitalisierung Einzug gehalten. Sophia Havel aus Langwieden war im gleichen Krankenhaus in Salzburg. Und dabei in der chirurgischen Station. „Ich durfte viel selbstständig machen“, sagte Havel. Thankachan erzählte, dass in Indien die Pfleger mehr medizinische Aufgaben übernehmen würden als in Deutschland.

„Das Programm bietet uns eine gute Möglichkeit“, fasste Karakus die Erfahrung zusammen. „Ich habe noch nicht gehört, dass das andere Krankenhäuser anbieten.“ Und auch im Nardini-Klinikum wurde das Projekt im vergangenen Sommer/Herbst erstmals angeboten, sagte die Schulleiterin. Dabei müssten sich die Teilnehmer eine Klinik suchen, die mindestens 400 Kilometer weg sein muss. „Die Schüler sollen dann nicht jede Woche heimfahren. Sie sollen auch mal vier Wochen in der Fremde bleiben.“

Neben dem Blick in ein anderes Haus und dem Selbstmanagement sollten die Schüler auch einmal erleben, wie es ist, fremd zu sein. Um sich dadurch zu Hause besser in Fremde hineinversetzen zu können, sagte Döschl. Finanziert wird das Projekt vom Förderverein des Nardini-Klinikums mit 150 Euro für jeden Teilnehmer und dem Nardini-Klinikum, das Gehalt und Versicherung weiter zahlt. Für diesen Sommer hätten sich schon vier Schülerinnen angemeldet. „Wir nehmen noch Anmeldungen entgegen“, sagte Döschl. Auch für die am 1. September beginnende dreijährige Ausbildung an der Gesundheits- und Pflegeschule.