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Zu wenig Platz: Keine Tesla-Fabrik in Zweibrücken
Viele freie Flächen gibt’s nicht mehr

Investoren, die sich in Zweibrücken ansiedeln wollen, kann die Stadt nicht mehr allzu viele große Grundstücke anbieten. Laut Wirtschaftsförderung sind am Steitzhof noch maximal 40 000 Quadratmeter frei, am Flughafen sind es maximal 24 000 Quadratmeter – wobei es hierfür bereits einen Interessenten geben soll.
Investoren, die sich in Zweibrücken ansiedeln wollen, kann die Stadt nicht mehr allzu viele große Grundstücke anbieten. Laut Wirtschaftsförderung sind am Steitzhof noch maximal 40 000 Quadratmeter frei, am Flughafen sind es maximal 24 000 Quadratmeter – wobei es hierfür bereits einen Interessenten geben soll. FOTO: dpa / Wolfram Kastl
Zweibrücken. Während das Saarland um Ansiedlung von Tesla wirbt, macht Zweibrücker Wirtschaftsförderin klar: Das ist zu groß für uns.

Die Stadt Zweibrücken sieht keine Chance, den US-amerikanischen Autobauer Tesla anzulocken. Der hat vor kurzem erklärt, dass er eine neue Produktionsstätte errichten möchte – und zwar in Europa. Deutschland sei dabei ein bevorzugter Standort, hatte Tesla-Chef Elon Musk getwittert. Mit einer Bemerkung hat er dabei die Wirtschaftsförderer in der Großregion elektrisiert: Es sei überlegenswert, einen solchen Standort an der deutsch-französischen Grenze zu errichten (wir berichteten).

Das Saarland reagierte sofort: Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und Vize-Regierungschefin Anke Rehlinger (SPD) luden Musk zu einem persönlichen Gespräch ins Saarland ein – dort wolle man ihm die Vorzüge, die dieses Bundesland biete, ausführlich schildern.

Und wie sieht es in Zweibrücken aus? Kann der Tesla-Chef von dort auch mit einer Einladung rechnen? Schließlich liegt Zweibrücken nur rund zehn Kilometer von der französischen Grenze entfernt und ist exzellent an das Autobahnnetz angebunden. Die Antwort lautet dennoch kurz und knapp: Nein.



Anne Kraft, Wirtschaftsförderin der Stadt Zweibrücken, erklärt auf Anfrage unserer Zeitung die Gründe: „Tesla braucht richtig viel Platz. Elon Musk fordert eine gigantisch große Fläche. Es geht da um mehrere hunderttausend Quadratmeter. Eine solche Fläche ist bei uns noch nicht einmal annähernd frei.“

Und wie viel ist in Zweibrücken noch frei? Nicht mehr allzu viel, sagt Kraft. Auf dem Industrie- und Gewerbegebiet Steitzhof (zuständig ist hier der Zweckverband Zef) könnte Kraft für eine größere Ansiedlung „maximal etwa 40 000 Quadratmeter anbieten“, sagt sie.  „Aber dafür müssten wir schon mehrere Grundstücke zusammenlegen, das wäre mit Klimmzügen.“

Offiziell aufgeteilt seien die Grundstücke dort in eine 20 000 Quadratmeter große Fläche (die größte noch freie dort), ein 11 000 Quadratmeter großes Stück sowie mehrere kleinere Grundstücke.

Und am Flughafen? Hier könne der Zef einem Investor maximal einmal 24 000 Quadratmeter und einmal 11 000 Quadratmeter Fläche anbieten. Wobei Kraft anmerkt, dass es für das 24 000 Quadratmeter große Grundstück bereits einen Interessenten gebe, mit dem die Stadt in Verhandlungen stehe; mehr wolle sie dazu aktuell aber nicht sagen, die Verhandlungen würden wohl noch einige Zeit dauern. Krafts Fazit in Sachen Tesla lautet also: „Eine solch große Fläche bekommen wir nicht hin.“

Zweibrückens Nachbarstadt Homburg scheint in dieser Größenordnung kein Hindernis zu sehen. Die Homburger SPD hat diese Woche bei der Saar-Regierung dafür getrommelt, Homburg bei Tesla ins Spiel zu bringen, die Universitätsstadt sei bereits Standort mehrerer Autozulieferer, zudem sei die Anbindung ans Autobahnnetz gut (wir berichteten am Dienstag).

Aber all das könnte letztendlich vergebliche Liebesmühe sein. Schließlich dürfte auch Baden-Württemberg als klassisches Autobauer-Bundesland den Hut in den Ring werfen – und dieses Bundesland liegt ebenfalls an der Grenze zu Frankreich.

Und wer weiß: Vielleicht entscheidet sich Tesla auch gleich für Frankreich selbst. Dann ist Deutschland ganz schnell raus – wie bei der WM.