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Fünfstelliges Defizit
Viel Lob – von viel zu wenigen Fans

Trauriger Höhepunkt des Public Viewings in Zweibrücken: Während des Endspiels musste die Übertragung wegen eines Unwetters kurzzeitig unterbrochen werden und die Besucher die Fan-Arena verlassen.
Trauriger Höhepunkt des Public Viewings in Zweibrücken: Während des Endspiels musste die Übertragung wegen eines Unwetters kurzzeitig unterbrochen werden und die Besucher die Fan-Arena verlassen. FOTO: lf / Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Der WM-Fan-Arena auf dem Herzogplatz fehlte das Deutschland-Fieber. Der Veranstalter „Experience Event“ beklagt ein fünfstelliges Defizit. Von Volker Baumann

„Experience Event“, Veranstalter der WM-Fan-Arena in Zweibrücken, hat seine Bilanz in puncto Wirtschaftlichkeit des fünfwöchigen Public-Viewing-Spektakels gezogen. „Letztlich haben wir gut eine fünfstellige Summe draufgelegt“, kommentiert Projektleiter Marco Best den Ausgang des Unternehmens „Alle Spiele, alle Tore“ auf dem Herzogplatz.

Dennoch gingen er und seine Kollegen nicht enttäuscht nach Hause, denn man habe in Zweibrücken vor allem eine noch nicht gekannte und besonders positive behördliche Zusammenarbeit  erlebt. Auch viele Fans, die, trotz des frühen Ausscheidens der deutschen Nationalmannschaft, immer wieder der Arena die Treue hielten, habe man erlebt und sei ermuntert worden, auch künftig ein solches Angebot zu präsentieren. Solche Veranstaltungen seien ja von Beginn an mit einem gewissen Risiko behaftet, könne doch keiner voraussagen, wie die Konstellation am Ende aussieht.

Ausgerechnet beim Endspiel habe es dann, ganz im Gegensatz zu allen anderen Tagen, noch einen Wolkenbruch gegeben und damit ein „volles Haus“ zum Abschluss verhindert. Es hätte ja auch alles anders kommen können: Deutschland als Weltmeister und Feiern bis zum Abwinken. So blieb die große Sause aus und bescherte den jungen Männern, die ihre Veranstaltung mit freiem Eintritt über die gastronomischen Einnahmen und Sponsoring finanzierten, ein großes Einnahmendefizit. „Wir haben an drei Tagen Getränkeverkauf beim Altstadtfest in Saarbrücken mehr umgesetzt als hier in fünf Wochen“, vergleicht Marco Best die beiden Veranstaltungen. Feierlaune sei eben wichtig – und die sei während der WM eigentlich nie richtig aufgekommen. Dafür seien aber nicht die Zuschauer und Besucher verantwortlich, sondern das Schicksal der DFB-Elf. Außerdem hätten sich auch Sponsoren, wegen des Schauplatzes der Weltmeisterschaft in Russland, eher zurückhaltend gezeigt.



Um den Wermutstropfen etwas zu versüßen, habe die Stadt den Veranstaltern das Angebot gemacht, die Gastronomie auch bei den neuen Feierabend XL-Kinoveranstaltungen zu übernehmen. Dem sei man gerne gefolgt und habe dabei auch ein gutes Feedback bekommen. Für die EM 2020 stehe man schon in den Startlöchern und könne sich eine erneute Fan-Arena in Zweibrücken gut vorstellen.