| 00:21 Uhr

Viel Lob aus Stadtrats-Fraktionen für neues Zweibrücker Abfallkonzept

Zweibrücken. Der Preis für die Müllverbrennung steigt. In der Folge werden auch die Gebühren steigen. Deshalb ist die Reduzierung des zu verbrennenden Restmülls auch das Ziel des neuen Abfallkonzepts des UBZ. Die Stadtrats-Fraktionen folgen im Wesentlichen dem Vorschlag. Wobei noch Fragen wie nach den Gebühren bleiben. Fritz Schäfer

Nur noch vier reguläre Restmülltonnen-Entleerungen jährlich (weitere kosten Aufpreis), ein elektronisches Erkennungssystem an den Restmülltonnen und die Biotonnen-Pflicht für alle Haushalte sind die wesentlichen Elemente des neuen Abfallkonzepts, das der UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken ) erarbeitet hat, um die Menge des verbrennenden Restmülls zu reduzieren (wir berichteten). Der Landkreis Südwestpfalz hat mit einem ganz ähnlichen Konzept dieses Ziel bereits erreicht. Vorausgegangen waren allerdings monatelange heftige politische Diskussionen. In Zweibrücken dagegen stößt das Konzept von vornherein politisch auf sehr breite Zustimmung, ergab am Freitag eine Merkur-Rundfrage.

"Nur wenn uns das gelingt, können wir die Müllgebühr auf dem jetzigen Niveau halten", meint die Vorsitzende der SPD-Fraktion , Sabine Wilhelm. Das vom UBZ vorgelegte Konzept biete die Möglichkeit, das Ziel zu erreichen. Deshalb sei das Konzept überzeugend und sinnvoll. Bei nur noch vier regulären Leerungen (statt bisher 12 oder 24) würden die Bürger genau überlegen, was sie in die Restmülltonne werfen. "Wer dann mehr Restmüll in diese Tonne wirft, zahlt auch mehr. Das ist richtig." Nach der Erkenntnis des UBZ landete in der Restmülltonne bisher viel Bioabfall. Diesen Bioabfall können die Bürger künftig in der Pflicht-Biotonne entsorgen. Die Hälfte der Haushalte kompostiert zurzeit selbst und hat deshalb keine Biotonne.

"Das ist ein durchdachtes Konzept", lobt der CDU-Fraktionsvorsitzende Christoph Gensch den UBZ. "Es ist sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll." Sowohl für die Bürger wie für die Stadt. Das Ziel, die Restmüllmenge zu reduzieren, werde durch das Konzept erreicht.



"Das Konzept ist gelungen", lobte Grünen-Fraktionschef Norbert Pohlmann. Es eröffne den Bürgern die Möglichkeit, Geld zu sparen, wenn sie nur die Mindestleerungen nutzt. Die man zudem flexibel wählen kann: "Wer mehr Müll hat, kann seine Tonne öfters rausstellen." Auch die Einführung der Pflicht-Biotonne sei sinnvoll. Mit einer 60-Liter-Tonne könnten die Leute auch ein kleines Gefäß nutzen.

Nach Auffassung von Kurt Dettweiler, Fraktionsvorsitzender der FWG, geht es darum, dass weniger Abfall verbrannt wird. Das vorliegende Konzept sei dafür geeignet. Auch wenn man nicht weiß, ob die vier Mindestleerungen den Leuten reichen. Aber eine ganz zentrale Frage bleibe. "Wie hoch sind die Gebühren?" Deshalb müssten vor einer endgültigen Beurteilung die Zahlen auf den Tisch. Dettweiler fehlt zudem die Einführung einer Gelben Tonne.

Insgesamt hält die FDP-Fraktionsvorsitzende Ingrid Kaiser das Konzept für "nicht verkehrt". Wobei sie sich auch "schlecht vorstellen kann, dass vier Leerungen reichen". Deshalb sei es entscheidend, wie viel die Zusatzleerungen kosten. Die Chips in den Tonnen sieht die Liberale mit Blick auf den Datenschutz als sehr problematisch. Bei der Biotonne würde sie eine wöchentliche Leerung im Herbst vorschlagen, wenn die Grünabfälle im Garten anfallen. Dass der Sperrmüll künftig auf Anruf abgeholt wird, sei sinnvoll, um dem Sperrmülltourismus zu begegnen.

Dem letzten Punkt stimmt auch Manfred Weber , Fraktionsvorsitzender der Parteilosen Bürger Zweibrückens, zu. Weber begrüßt das Konzept, dass mit der Einführung der Biotonne den Bürgern ein großes Einsparpotenzial biete. "Das Müllvermeiden macht sich dann für den Bürger bezahlt."

Dass etwas getan werden muss, ist für den Linken-Fraktionsvorsitzenden Matthias Nunold "klar, wir müssen den Müll reduzieren". In der Fraktion sei das Thema mit seinen verschiedenen Aspekten noch in der Diskussion.