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Neuer Standort für die Volkshochschule?
VHS-Umzug in die Hauptschule Nord angepeilt

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Symbolfoto: dpa FOTO: Stephanie Pilick / dpa/dpaweb
Zweibrücken. Der Grund: An der Berufsbildenden Schule werden die Räume knapp. Die Überprüfung des Projekts kann sich aber noch hinziehen. Im „Küchenstreit“ haben sich die Berufsschule und die VHS derweil auf neue Spielregeln geeinigt. Von Eric Kolling

Im Streit um die Küchennutzung in der Berufsbildenden Schule (BBS) zwischen BBS selbst und der Volkshochschule zeichnet sich eine Lösung ab. Bei einem Krisengipfel am vergangenen Freitag unter anderem mit dem Beigeordneten Henno Pirmann, Kulturamtschef Thilo Huble, VHS-Leiterin Melani Nekic und BBS-Leiter Jürgen Barmann (wir berichteten vorab) habe man sich auf eine Weiternutzung der BBS-Küche durch beide Einrichtungen verständigt. Das erklärte Huble auf Merkur-Nachfrage. Damit es künftig nicht mehr zu Ärger darüber kommt, dass etwa Geschirr falsch eingeräumt, nicht richtig geputzt oder Reinigungsmittel nicht aufgefüllt wurden, habe man eine Art Regelkatalog erstellt.

Zu den Querelen war es gekommen, nachdem sich BBS-Kochlehrer über den Zustand  der Küche nach Benutzung durch die VHS beschwert hatten. Drei VHS-Kochlehrer waren über solche Vorwürfe derart sauer, dass sie die Zusammenarbeit mit der VHS im laufenden Semester aufgekündigt hatten. Betroffen waren neun Kurse. „Nach einem Dialog mit den Köchen haben wir diese aus dem Netz genommen. Kein Kurs wurde abgebrochen. Die bis dato gemeldeten Teilnehmer sind darüber informiert, dass wir gegenwärtig nach alternativen Lösungen suchen“, so Huble. Man versuche, die drei Köche vom Weitermachen zu überzeugen, suche zudem für die gestrichenen Kurse „in diesem Semester alternative Standorte“. Die einzige Möglichkeit gäbe es hier laut Stadt in der Stadtwerkeküche (wir berichteten). Man sei auch „mit anderen potentiellen Lehrkräften bereits im Dialog“. Zerschlage sich das alles, fielen die Kurse aus.  Die angemeldeten Interessenten hätten noch keine Teilnahmegebühr überwiesen.

„Eine Ausweichküche kann nur eine temporäre Lösung sein. Eine dauerhafte Ausgliederung ist nicht angestrebt“, stellt der Kulturamtsleiter klar. Doch mittelfristig könnte sich die Frage doch stellen. Längst ist ein Umzug der Volkshochschule in die alte Hauptschule Nord ein Thema. Dort gibt es sogar eine Küche, allerdings eine, die laut Stadtsprecher Heinz Braun den heutigen Anforderungen nicht entspreche: „Ob sie optimierbar ist, müsste man sich angucken.“



Das gilt auch für das komplette Gebäude, wie Braun bestätigt. Die VHS führt dort etwa Yoga- oder Integrationskurse für Flüchtlinge durch. Die VHS ist seit Jahren in der Berufsbildenden Schule angesiedelt. Doch es zeichnet sich ein Platzmangel ab.  „Uns wurde zu einem früheren Zeitpunkt mitgeteilt, dass die BBS Räumlichkeiten genug habe. Das hat sich wieder etwas geändert, die BBS braucht Räume“, schildert Braun. So ist die die Hauptschule Nord als neuer Standort ins Blickfeld geraten. „Es würde, so wie es derzeit aussieht, einen gewissen Sinn machen, dem Gedanken näherzutreten, die VHS dahin zu verlagern.“  Sie fällt, seit sie nicht mehr als Schule genutzt wird, wie die VHS in die Zuständigkeit des Kulturamts. Ob die VHS in das Gebäude reinpasse, müsse man überprüfen. Dort ist aktuell auch die Jugendbücherei untergebracht, auch ein Proberaum der Stadtkapelle und einer Theatergruppe.

Ein rascher Umzug scheint indes unwahrscheinlich. Weniger wegen den drohenden Umzugskosten. Eher wegen des Geldes, das in einem Umbau fließen müsste. Barrierefrei ist das Gebäude laut Braun nämlich nicht, ein Aufzug müsste her. Doch zum Pläneschmieden kommt das überlastete Bauamt laut Braun nicht so bald: „Wir haben im Moment viele Investitionsvorhaben im Straßenbau, etwa beim K3.0-Programm, wo die Stadt hohe Zuschüsse kriegen kann. Das setzt Planungen voraus.“ Die müssten zügig erarbeitet werden, weil die Zuschüsse nur in einem gewissen Zeitfenster abgerufen werden können. „Ein über Jahre abgespecktes Bauamt kann das auch personell im Moment kaum leisten.“ Daher versuche man gerade, zwei zeitbefristete Stellen im Bauamt extra zu schaffen. Das war in der Neujahrsrede Mitte Januar schon angeklungen. Die Besetzung soll in der Stadtratssitzung am 21. Februar im nichtöffentlichen Teil erfolgen.