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Verschleierung und kein Ende

Der LVIM stehe mit aller Kraft zum Evangelischen Krankenhaus und seinen Arbeitsplätzen und werde das Krankenhaus konsequent zugunsten einer noch besseren Versorgung in der Region weiter entwickeln - das schrieb Ex-LVIM-Vorstand Rainer Wettreck am 5. Januar 2015 der Presse. Gerade schlug die Debatte über Sanierungsbedarf und Brandschutz an der Klinik am Himmelsberg Wellen. 50 Millionen Euro seien zu investieren - und würden in den kommenden Jahren investiert: "Dazu wird das Krankenhaus wie üblich einen erheblichen Anteil aus eigener Kraft beitragen". Eines von vielen Märchen, die Wettreck auftischte, wie sich heute zeigt.

Der LVIM stehe mit aller Kraft zum Evangelischen Krankenhaus und seinen Arbeitsplätzen und werde das Krankenhaus konsequent zugunsten einer noch besseren Versorgung in der Region weiter entwickeln - das schrieb Ex-LVIM-Vorstand Rainer Wettreck am 5. Januar 2015 der Presse. Gerade schlug die Debatte über Sanierungsbedarf und Brandschutz an der Klinik am Himmelsberg Wellen. 50 Millionen Euro seien zu investieren - und würden in den kommenden Jahren investiert: "Dazu wird das Krankenhaus wie üblich einen erheblichen Anteil aus eigener Kraft beitragen". Eines von vielen Märchen, die Wettreck auftischte, wie sich heute zeigt.

Der Landesverein hatte bereits damals erkannt: Für solche Maßnahmen fehlt das Geld. Das Krankenhaus konnte den nötigen Eigenanteil nicht erwirtschaften und würde es auch in Zukunft nicht können. Spätestens da hätten bei der LVIM-Führung und den Aufsichtsgremien alle Alarmglocken schrillen müssen, schnell gegenzusteuern. Wenn man zu diesem Zeitpunkt etwa versucht hätte, sich vom Krankenhaus zu trennen, hätte es noch realistische Chancen gegeben. Stattdessen schwadronierte Wettreck von einer "noch attraktiveren und fachlich exzellenten medizinischen Versorgung" in Zusammenarbeit mit der Uniklinik. Doch auch die floppte. Ob der Träger das Krankenhaus gar absichtlich gegen die Wand fuhr oder "nur" sehenden Auges, darüber lässt sich nur spekulieren. Auch, ob etwa Wettreck für diese Fehlleistung nachträglich in Regress genommen werden kann. Der LVIM will sich zu Vertragsdetails von Ex-Angestellten nicht äußern. Was auch für Wettrecks Vorgänger Rolf Freudenberg gilt, unter dessen Ägide jahrelang auch nichts ins Krankenhaus investiert und somit der Grundstein für die heutige Krise gelegt wurde. Klar ist aber auch: Selbst nach Wettrecks Weggang hat sich die Öffentlichkeitsarbeit beim LVIM nicht groß verändert. Um den heißen Brei reden, Dinge erst so, dann so darstellen, relativieren und nachträglich umdeuten - das bleibt an der Tagesordnung. So verkauft man jetzt diesjährige Investitionen von 50 000 Euro in die Elektronik als Schritt, dem erkannten Sanierungsstau von 50 Millionen Euro entgegenzuwirken. Dabei hat man die Sanierung längst abgehakt, die Klinik soll nur baldmöglich raus aus dem LVIM-Portfolio. Dreist wäre, deren Abwicklung am Ende noch als Erfolg zu verkaufen.