| 20:15 Uhr

Verein der Hundefreunde
Im Rekordtempo durch den Parcours

Jara Molter dirigiert ihren Hund Liam über ein Hindernis. Beim intensiven Agility-Training sind Hund und Halter gleichermaßen gefordert.
Jara Molter dirigiert ihren Hund Liam über ein Hindernis. Beim intensiven Agility-Training sind Hund und Halter gleichermaßen gefordert. FOTO: Susanne Lilischkis
Zweibrücken. Beim Agility-Training des Vereins der Hundefreunde Zweibrücken haben Herrchen, Frauchen und Hund gemeinsam Spaß. Sie sollen dabei zu einer Einheit werden. Von Susanne Lilischkis

Ein sonniger Herbstsamstag auf dem Trainingsgelände des Vereins der Hundefreunde an der Tschifflicker Dell. Mehrere Mitglieder stellen auf einer Wiese den Parcours für ihre Vierbeiner auf. Die sitzen erwartungsvoll auf Decken am Rande und machen mit leisem Winseln klar, dass es jetzt endlich losgehen soll. Auf dem Programm steht heute Agility – eine Hundesportart, bei der ein Hund einen aus mehreren Hindernissen bestehenden Parcours in einer festgelegten Reihenfolge überwinden muss.

„Der Parcours muss gelenkschonend aufgestellt werden“, bemerkt Patrick Ehler, „die Laufwege dürfen nicht zu eckig sein.“ Der erfahrene Hundesportler ist heute mit Alice da. Die quirlige Hündin der Rasse Mini Australien Shepherd ist mit ihrer Leine an einem Erdanker befestigt, während ihr Herrchen die Slalomstangen herbeiholt. Sobald die Hindernisse aufgestellt sind, begehen die menschlichen Teilnehmer zusammen mit Trainerin Sabine Ernst den Parcours und prägen ihn sich ein. Später werden sie ihren Hund nur mit Hilfe von Kommandos und Handzeichen hindurchleiten.

„Sehr gut ausgebildete Hunde schaffen den Parcours alleine“, meint Patrick Ehlers, aber bis dahin sei sehr viel Training nötig. Um seine Alice an den Slalomkurs zu gewöhnen benötigte er ein halbes Jahr mit vier Trainingseinheiten in der Woche. So oft es geht, übt er mit seinen zwei Hunden auf der Wiese des Vereins der Hundefreunde. Sollte das Wetter nicht mitspielen, weicht er in eine Halle aus oder trainiert Zuhause mit Hilfe von Blumentöpfen oder Ähnlichem. Auf 23 Turnieren war der Hundesportler dieses Jahr schon, zusätzlich hat er sechs Seminare gemacht.



Auf dem Trainingsgelände läuft inzwischen Inge Rohrbacher mit ihrem Hund Ruby den Parcours ab. Der kleine Vierbeiner fliegt voller Elan über die Hindernisse und rast in den Tunnel. Man bekommt den Eindruck, dass die Besitzer ihre Tiere eher bremsen und disziplinieren müssen, so viel Spaß macht den Hunden der Sport. Mancher rennt am Hindernis vorbei, springt zu früh ab oder interessiert sich plötzlich für die am Rande stehenden Zuschauer. „Man muss lernen, das als Spaß zu sehen. Man soll sich und den Hund nicht zu ernst nehmen“, bemerkt Patrick Ehlers.

Hund und Halter müssen zu einer Einheit werden, erst dann sind Turniererfolge möglich. So wie der Hund dem Menschen gehorchen muss, wird vom Halter erwartet, sich in den Hund hineinversetzen zu können. Gearbeitet wird nie mit Strafe, sondern immer mit positiver Verstärkung. Hat ein Hund einen Fehler gemacht, muss er die Übung wiederholen. Meistert er sie, kommt die Belohnung in Form von Leckerlis oder einer Runde mit dem Lieblingsspielzeug.

Wie viel es dem Hund bedeuten kann, alles richtig zu machen, sieht man an Lena. Der schwarze Vierbeiner von Petra Schanne will kein Leckerli, er ist viel zu aufgeregt und will weitermachen, so schnell wie möglich. „Hier ist es wichtig, den Hund zu beruhigen“, erklärt Patricke Ehlers. Erst als Lena ihre Belohnung frisst, geht es weiter. „Agility ist ein trainingsintensiver Sport, der viel Geduld erfordert“, bemerkt Ehlers, „aber der Sport fördert die Mensch-Hund-Beziehung.“

Das Agility-Training für Anfänger findet immer samstags um 15 Uhr statt, sofern es das Wetter zulässt. Interessenten sind gerne zu einer Schnupperstunde eingeladen. Einzige Voraussetzung ist, dass der Hund ausgewachsen ist und ein gewisser Grundgehorsam da ist – das heißt, dass er auch ohne Leine gehorcht. Sollte das noch nicht der Fall sein, bietet der Verein auch eine Hundeschule an. Die Rasse spielt keine Rolle, doch bei sehr großen Hunden rät Patrick Ehlers vom Agility-Sport ab, die Belastung für die Gelenke sei dann zu groß. Denn bei der Sportart stehen immer der Spaß und die Gesundheit des Hundes im Vordergrund.

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