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Verbandsgemeinderat Zweibrücken-Land
Grünes Licht für Drehleiter

Zweibrücken. Die Dellfelder Schüler bleiben auch während der Sanierung in ihrer Schule. Von Fritz Schäfer

„Manche Dinge brauchen halt ihre Zeit“, meinte Achim Scherer (SPD) bei der Beratung über die Beschaffung einer Drehleiter im Haupt- und Finanzausschuss der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. Dabei wollte er nicht mehr auf die Diskussionen in einigen Verbandsgemeinderats-Sitzungen eingehen. Wichtig sei nur, dass die gefundene Lösung gut sei für die Sicherheit der Bevölkerung und der Feuerwehrleute.

Dem schloss sich das Gremium vorbehaltlos an. Der Hauptausschuss empfahl dem Verbandsgemeinderat, beim Land und Kreis Zuwendungen für das Drehleiterfahrzeug zu beantragen. Auf Antrag von Klaus Martin Weber (CDU) wurde der Verwaltungsvorschlag dergestalt ergänzt, dass sich der Kreis bei der Unterhaltung des Fahrzeugs in „angemessener Form“ beteiligen soll.

Nach dem Grundsatzbeschluss des Verbandsgemeinderats im Juni hatte der Kreistag im September ein Drehleiterkonzept beschlossen. Das Konzept sieht vier Standorte für Drehleitern vor. Ein Standort wurde Hornbach. Für jeden Standort ist ein Zuschuss in Höhe von 150 000 Euro vorgesehen. Im Investitionsplan der Verbandsgemeinde ist das Fahrzeug mit 650 000 Euro veranschlagt. „Mit dem Beschluss beenden wir das lange Kapitel Drehleiter mit einem glücklichen Ende“, sagte Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker (SPD).



Auch Weber war froh, dass das Thema „vom Tisch ist“. Der CDU-Sprecher gab aber noch zu bedenken, dass auf die Hornbacher Wehr mehr Einsätze zukämen. Dazu merkte Gundacker an, dass die Hornbacher Einheit die stärkste in der Verbandsgemeinde sei. „Das ist uns bewusst“, meinte Thomas Hohn (FDP) auf die Anmerkung Webers. Für ihn war der Antrag „der letzte Schritt einer langen, emotionalen Diskussion“, die „viele Nerven“ gekostet habe.

Während der Generalsanierung der Dellfelder Grundschule werden die Schüler weiter in Dellfeld unterrichtet. Der Unterricht findet in Schulcontainern statt. „Ansonsten hätten wir die Schule auf andere Schulen der Verbandsgemeinde aufteilen müssen“, sagte Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker (SPD). „Da wäre ein großer Bustransfer nötig gewesen.“ Bereits im Juni hat die Verbandsgemeinde vom Landkreis sechs Container für zwei Klassenräume übernommen. Für weitere drei Klassen werden jetzt noch Container benötigt. Der Haupt- und Finanzausschuss beschloss, die Lieferung und Aufstellung weiterer Container alternativ für Miete oder Kauf auszuschreiben.

Der Haupt- und Finanzausschuss der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land gewährt der VT Contwig zwei Zuschüsse. Zum einen für so genannte Niedersprungmatten. Zu den Kosten von 3086 Euro zahlt die VG einen Zuschuss von zehn Prozent. Auch an der Sanierung des Hallenbodens der Turn- und Festhalle – Kosten 62 000 Euro – beteiligt sich die Verbangsgemeinde mit zehn Prozent.

Die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land nimmt die Entscheidung der Stiftungsaufsicht der evangelischen Landeskirche bezüglich des Oberbeiwalderhofs in Hornbach nicht so einfach hin. Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker (SPD) kündigte in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses an, dass die Verbandsgemeinde das Gespräch mit der Kirchenleitung suchen wird.

Hintergrund der Diskussion: Die Stiftungsaufsicht versagt der Herzog-Wolfgang-Stiftung, sich an der privaten Parkklinik im Oberbeiwalder Hof in Hornbach zu beteiligen (wir berichteten). „Wir waren sehr überrascht über diese Entscheidung“, äußerte sich Gundacker in der Sitzung. Denn das von den Investoren vorgelegte Konzept, den historischen Oberbeiwalderhof in eine Klinik für psychisch und psychosomatisch Erkrankte umzubauen, böte „großes Entwicklungspotenzial“ für Hornbach und die Region. Dazu kämen noch rund 30 Arbeitsplätze.