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Feuerwehr-Einsatz bei Stadtverwaltung
Ventil-Defekt setzt Stadtarchiv unter Wasser

Ein Heizungsrohr ist im Stadtarchiv geplatzt, das sorgt für einen größeren Feuerwehr-Einsatz, zumal zunächst ein Brand befürchtet worden war.
Ein Heizungsrohr ist im Stadtarchiv geplatzt, das sorgt für einen größeren Feuerwehr-Einsatz, zumal zunächst ein Brand befürchtet worden war. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Fünf Feuerwehrfahrzeuge mit 22 Wehrleuten und ein Rettungswagen sind am Freitag gegen 13.40 Uhr in die Herzogsvorstadt ausgerückt: Ein Brandmelder im Zweibrücker Stadtarchiv hatte Alarm geschlagen.

Wie sich schnell herausstellte allerdings nicht wegen eines Feuers, sondern eines defekten älteren Heizungsventils: Wasserdampf von dem mit hohem Druck ausgetretenen heißen Wasser hatte den Rauchmelder-Alarm ausgelöst.

Der Feuerwehr gelang es zwar innerhalb weniger Minuten, den Wassraustritt zu stoppen – da aber stand das Wasser im Erdgeschoss des Stadtarchivs schon etwa zehn Zentimeter hoch, so Stadtarchiv-Leiterin Charlotte Glück. Stadtfeuerwehr-Inspekteur schätzt die Menge ausgetretenen Wassers grob auf 500 Liter.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Stadtarchiv sowie der ebenfalls in dem Gebäude untergebrachten Bücherei und Drogenhilfe schippten anfangs mit Besen und weiteren improvisierten Hilfsmitteln wie stabilen Plastikmatten Wasser über die Treppe raus auf die Herzogstraße, um größere Schäden zu vermeiden. Die Feuerwehr organisierte vier Geräte, um das übrige Wasser abzupumpen, der Einsatz dauerte bis viertel nach vier. Verletzt wurde niemand, der Rettungswagen wurde nicht gebraucht.



Das Ausmaß des Schadens ist noch offen. Die beiden betroffenen Räumen (insgesamt rund 40 Quadratmeter) seien bis zum Boden voll mit Regalen, erläutert Glück. Durchfeuchtet wurde also alles in Bodennähe – Zeitungsbände aus der Nachkriegszeit, städtische Akten und weitere Archivmaterialien, berichtet Glück. Hunderte Einzelstücke seien betroffen, schätzt Glück. Per Menschenkette wurden sie aus der Nässezone getragen, auf Paletten ausgebreitet und auf Rat einer von Glück eingeschalteten Fachfirma zunächst belüftet und kühl gehalten, bevor nächste Woche begutachtet wird, bei welchen Archivstücken eine teure Gefriertrocknung lohnt und welche entsorgt werden müssen. Wahrscheinlich müssten aus den beiden betroffenen Räumen auch die Regale entfernt werden, weil es darunter natürlich immer noch feucht ist und deshalb sonst Schimmelbildung drohe.

(lf)