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Antrag der Staatsanwaltschaft
Nach Tötungsdelikt: Verdächtiger soll in Psychiatrie

Zweibrücken. Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken will den 23-Jährigen, der vergangenen April in Zweibrücken mutmaßlich seinen Vater erstochen hatte, in einem psychiatrischen Krankenhaus unterbringen lassen.

Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken will den 23-Jährigen, der vergangenen April in Zweibrücken mutmaßlich seinen Vater erstochen hatte, in einem psychiatrischen Krankenhaus unterbringen lassen. Einen entsprechenden Antrag hat die Staatsanwaltschaft beim Landgericht Zweibrücken eingereicht.

Dem Mann wird zur Last gelegt, in der Nacht vom 25. April in Zweibrücken im Zustand der Schuldunfähigkeit seinen 51-jährigen Vater getötet zu haben (wir berichteten). Zum Tatmotiv hat der Beschuldigte widersprüchliche Angaben gemacht und zuletzt seine Täterschaft geleugnet. Nach dem Ergebnis der Ermittlungen soll der junge Mann seinem Vater in der Küche der gemeinsamen Wohnung in der Wilhelmstraße während dieser am Tisch saß einen Messerstich in den Nacken versetzt haben. Der Vater verstarb durch Verbluten nach innen und außen sowie Bluteinatmung.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte bei Begehung der Tat aufgrund einer psychischen Erkrankung für sein Handeln im strafrechtlichen Sinne nicht verantwortlich war. Nachdem Hinweise auf eine mögliche psychotische Erkrankung des Beschuldigten vorlagen, wurde ein psychiatrischer Sachverständiger hinzugezogen. Nach dem Vorliegen der ersten Untersuchungsergebnisse wurde bereits während des Ermittlungsverfahrens auf Antrag der Staatsanwaltschaft der zunächst gegen den Beschuldigten erlassene Haftbefehl, der in der Justizvollzugsanstalt vollzogen wurde, vom zuständigen Ermittlungsrichter in einen Unterbringungsbefehl umgewandelt und der Beschuldigte in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung verbracht.



Nach Einreichung der Antragsschrift hat das Landgericht Zweibrücken nunmehr über die Eröffnung des Sicherungsverfahrens und den Antrag auf Fortdauer der einstweiligen Unterbringung zu entscheiden.

Begeht jemand im Zustand der Schuldunfähigkeit eine Straftat oder kann nicht ausgeschlossen werden, dass er im Zeitpunkt der Tat schuldunfähig gewesen ist, kann er für die ihm vorgeworfene Tat nicht bestraft werden. Allerdings kann gegen den Beschuldigten unter den gesetzlichen Voraussetzungen eine sogenannte Maßregel der Besserung und Sicherung angeordnet werden. Hierzu gehört die Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus gemäß Paragraf 63 Strafgesetzbuch.

(red)