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Truppacher Höhe
„Vage Pläne, leere Ankündigungen“

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Zweibrücken. Die Grünen haben die Geduld mit Investor Kleinpoppen verloren, der auf der Truppacher Höhe ein Möbelhaus ansiedeln will.

Die Begeisterung der Zweibrücker Grünen für die Möbelhauspläne des Investors Kleinpoppen (wir berichteten) bewegt sich weiter im Bereich der Homöopahie. „Seit zweieinhalb Jahren verspricht André Kleinpoppen, ein Mega-Möbelhaus auf der Truppacher Höhe zu bauen – das niemand braucht und das dem Einzelhandel in der Region schadet. Geliefert hat er nur vage Pläne, leere Ankündigungen - und schon zweimal die unwahre Aussage, ein Zielabweichungsverfahren bei der SGD Süd sei beantragt“, lautet das harsche Fazit, das Fraktionssprecher Norbert Pohlmann im Nachgang der jüngsten Sitzung des Flughafen-Zweckverbandes Zef Anfang vergangener Woche zieht.

Pohlmann stuft die Aussagen Kleinpoppens als „völlig unseriös“ ein. Weder sei plausibel, wo ausgerechnet im Zweibrücker Raum Bedarf an einem Möbelhaus mit 40 000 Quadratmetern Verkaufsfläche bestehe – immerhin der anderthalbfachen Größe des hiesigen Möbel-Martin-Hauses. Noch könne irgendjemand nachvollziehen, wo die Kunden für das Angebot mit „einem gewissen Niveau“ herkommen sollen. Auch Referenzprojekte habe Kleinpoppen bis heute nicht genannt, obwohl er schon 2015 behauptete, deutschlandweit 14 Möbelhäuser in ähnlicher Weise errichtet zu haben.

Großflächiger Einzelhandel auf der Truppacher Höhe stehe im Widerspruch zum Landesentwicklungsplan. „Das ist Fakt und das ist gut begründet“, hält Pohlmann fest. Allenfalls nach einem Zielabweichungsverfahren könnte ein Möbelhaus entstehen. Hier erhärte sich der Eindruck mangelnder Zuverlässigkeit Kleinpoppens erst recht: Schon im Dezember 2017, bei einem Gespräch mit den Ratsfraktionen, habe er behauptet, das Genehmigungsverfahren stocke bei der SGD. Dies womöglich aufgrund von Einflüssen der Konkurrenz. „Tatsächlich hatte Kleinpoppen aber nicht einmal den Antrag auf das Verfahren gestellt.“ Vor einer Woche, in der ZEF-Verbandsversammlung, sei André Kleinpoppen dann explizit gefragt worden, ob der erforderliche Antrag inzwischen eingereicht sei. Er antwortete mit ja – bei der SGD wisse man jedoch nichts daon. Landläufig bezeichne man es als Lüge, wenn jemand vorsätzlich Falsches behaupte, so Pohlmann. Dies sei zweimal geschehen. Jede Grundlage für Vertrauen und für eine Zusammenarbeit mit Kleinpoppen sei damit verloren.



Dass Kleinpoppens Möbelhaus-Projekt im Fall einer Realisierung Risiken für den Einzelhandel in den umgebenden Städten bedeuten würde, sei keine neue Erkenntnis. Wobei die Möbel selbst nicht das größte Problem bedeuteten. Vielmehr seien es umfangreiche Randsortimente, die auch in den Innenstädten angeboten werden, und ebenso Sonderverkäufe oder saisonale Märkte. „Wer dann auf die Truppacher Höhe fährt, fehlt in der Innenstadt“, fürchtet Gertrud Schanne-Raab.