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Meinung
Der Handel und die „farbische Ferz“

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Muss die Studie der IHK Pfalz zur Stadt Zweibrücken ernst genommen werden? Die Antwort ist ein klares „Jein“. Gemeinsamhandel-Chef Andreas Michel hat recht, wenn er darauf hinweist, dass die Zahl der Unternehmer, die sich an der Befragung beteiligt haben, so gering ist, dass erhebliche Verzerrungen wahrscheinlich sind. Von Mathias Schneck

Irritierend ist zudem, dass Michel, selbst Unternehmer, nach eigener Aussage von der IHK nicht kontaktiert wurde. Da gab es also offenkundig Lücken in der Ansprache.

Und dennoch: Ein Körnchen Wahrheit liegt in der Studie. Unsere Fußgängerzone könnte stärker frequentiert sein. Findet eine der zahlreichen Veranstaltungen statt, die Michel und seine Mitstreiter auf die Beine stellen, dann brummt es. An Werktagen ist dagegen oft nur ziemlich wenig los. Aber wie Abhilfe schaffen?

Michel kann „kee farbische Ferz losse“, wie wir Pfälzer gerne rustikal sagen. Es gibt kein Patentrezept. Die Herausforderungen sind enorm, vor allem durch die Online-Konkurrenz. Auch müssen sich die Hauseigentümer der Innenstadt bewegen. Die Mieten, die sie verlangen, sind oft so hoch, dass sie nur noch solvente Filialisten bezahlen können. Doch nur auf sie zu setzen, fördert eine Monokultur im Handel. Dies wird der Frequenz weiter abträglich sein.