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Bauausschuss
Poller oder Knöllchen?

Die Fußgängerzone in Zweibrücken. Der SPD ist hier zu viel motorisierter Verkehr. An den Eingangsbereichen zur Fußgängerzone, im Bild die Mühlstraße, sind die Einfahrts-Rechte ausgeschildert.
Die Fußgängerzone in Zweibrücken. Der SPD ist hier zu viel motorisierter Verkehr. An den Eingangsbereichen zur Fußgängerzone, im Bild die Mühlstraße, sind die Einfahrts-Rechte ausgeschildert. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Das Ordnungsamt hat in der Sitzung des Bauausschusses Vorschläge gemacht, wie sich das illegale Befahren der Fußgängerzone verhindern lassen könnte. Von Fritz Schäfer

Autofahrer, die auf dem Hallplatz wenden, oder Autofahrer, die die Fußgängerzone als Ankürzung nutzen, ärgern die Fußgänger. Dabei ist das nicht erlaubt. „Durch die Fußgängerzone darf kein Fahrzeug fahren“, erklärte der Leiter des Ordnungsamts, Klaus Stefaniak, in der Sitzung des Bauausschusses. Die Ausnahmen seien klar geregelt. Lieferverkehr ist montags bis freitags von sechs bis elf Uhr und samstags von sechs bis zehn Uhr erlaubt. Handwerker bedürften einer Einzelgenehmigung.

Doch im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Ordnungsamtes  rund 200 Verwarnungen ausgesprochen und in den ersten vier Monaten waren es bereits 133.

Neben der eingenannten Einmündung von der Rosengartenstraße auf den Hallplatz gibt es noch sieben weitere Einmündungen in die Fußgängerzone. „Da müssen wir ein Gesamtkonzept erarbeiten, um das Problem anzugehen“, sagte Stefaniak.



Möglich seien hydraulisch versenkbare Poller oder Absperrpoller. Auch die Anlieferung über hinter den Geschäften verlaufenden Straßen gehöre dazu. Zu einem kompletten Konzept gehöre auch die Sicherheitsabsperrung bei Festen wie dem Stadtfest, dem Weihnachtsmarkt, dem Fasenachtsumzug oder dem Straßentheaterspektakel. Für die zurzeit eingesetzten Container und Betonelemente zahle die Stadt in  dem Jahr 11 000 Euro.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, die das Thema im Mai auf die Tagesordnung des Stadtrats gebracht hatte, möchte zunächst Maßnahmen gegen das illegale Fahren in der Fußgängerzone umsetzen. „In einem zweiten Schritt können wir die Sicherheitsmaßnahmen bei Festen angehen.“ Auch Norbert Pohlmann (Grüne) sah den Verkehr in der Fußgängerzone als das vordringliche Problem an. „Bei den Festen können wir es zunächst bei den jetzigen Maßnahmen belassen.“

„Gibt es Zahlen, wie viele Fahrzeuge durch die Fußgängerzone fahren?“, fragte Evelyne Cleemann (CDU). „Wenn wir hunderttausende ausgeben brauchen wir Fakten.“ Ihrer Meinung nach müsste das Ordnungsamt mehr kontrollieren und „Knöllchen verteilen. Wenn es den Leuten an den Geldbeutel geht, dann überlegen sie es sich.“ „Das Personal dazu haben wir nicht“, sagte der Beigeordnete Henno Pirmann (SPD). Deshalb sei die „Kontrolldichte“ nicht hoch, fügte Stefaniak hinzu.

Kurt Dettweiler (FWG) sagte, dass die Maßnahmen in einem „bezahlbaren Rahmen“ bleiben müssen. Peter Schönborn (SPD) begründete den Antrag: „Wir wollen mit wenig Geld Sicherheit schaffen.“ Und gleichzeitig soll die Fußgängerzone attraktiv bleiben, fügte Pohlmann hinzu.