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Förderverein Historische Fasanerie
Uneinigkeit über Material für Stützmauer

Die Stützmauer an der Königsterrasse der Fasanerie soll neu gestaltet werden.
Die Stützmauer an der Königsterrasse der Fasanerie soll neu gestaltet werden. FOTO: Cordula von Waldow
Zweibrücken. Förderverein Historische Fasanerie möchte Betonmauer durch Sandsteine ersetzen. Entsetzen über Stahl-Plan des UBZ.

In der Umgestaltung der Stützmauer an der Königsterrasse der Fasanerie ist der Förderverein Historische Fasanerie noch keinen Schritt weiter. Das erfuhren die elf Teilnehmer an der Jahreshauptversammlung des 115-köpfigen, gemeinnützigen Vereins vom Vereinsvorsitzenden Wolfgang Ohler. Durch den Tod seines Stellvertreters Fritz Stauch fehle dem Verein nicht nur eine wertvolle Persönlichkeit, sondern auch der Sachverstand des Architekten, bedauerte Wolfgang Ohler in einer Gedenkminute.

Seit zwei Jahren plant der Verein, dessen Aktivitäten lange Zeit durch die Sicherheitsabsperrung mit einem Bauzaun an der Fasanerie-Ruine verhindert war, nun schon, an der Begrenzung der Königsterrasse die „hässlichen Betonsteine“ durch Sandsteine zu ersetzen. Das sei auf die gesamte Breite von rund 30 Metern zu „historisierend“, hatten die Untere Baubehörde und der UBZ ihr Veto eingelegt, nachdem der Vereinsvorstand ihnen die Planung vorgeschlagen hatte. „Wir dürfen nur den Mittelteil von acht Metern auf Breite der Brüstung mit Sandstein einfassen“, informierte Wolfgang Ohler. Diese müssten außerdem nicht nur an zwei Seiten glatt sein, sondern an vier Seiten, ebenfalls mit dem Argument, dass es sonst nicht mit dem Original übereinstimmen würde. „Das kostet rund 3000 Euro mehr, weil die Steine, die an zwei Seiten geschnitten angeliefert werden, alle einzeln nachbearbeitet werden müssen“, hat Ohler erfahren.

Auch die Idee, auf den 21 Metern Seitenflächen statt des Sandsteinmäuerchens Kalksteine zu setzen, wie sie in der Fasanerie ohnehin vorhanden seien, stieß auf wenig Gegenliebe. „Der UBZ will dort eine Einfassung aus einem 20 Zentimeter hohen Band aus Cohären-Stahl haben“, verkündete der Vorsitzende und erntete entsetzte Blicke. „Das ist jetzt modern, wie es damals die Betonsteine waren“, schätzen einige Mitglieder, da in Schloss Karlsberg jetzt auch mit Cohärenstahl gebaut worden sei. Nachdem es beim letzten Ortstermin mit UBZ, Unterer Denkmalschutzbehöre und dem Vereinsvorstand zum Eklat gekommen sei, habe der UBZ jetzt den dritten Kostenvoranschlag der Firma Dahlhauser eingeholt. „Ohne Kompromiss. Sie sind uns keinen Schritt entgegengekommen“, stellte Wolfgang Ohler fest. Der Aufwand liege jetzt bei rund 16 000 Euro, was der Verein sich locker leisten könne. „Was sollen wir tun?“ fragt Ohler in die Runde. Nach längerer Diskussion beauftragen die Anwesenden, „damit es endlich voran geht“, den Vereinsvorstand, erneut den Dialog mit Denkmalschutz und UBZ zu suchen.



Optionen seien, dass der UBZ den Mehrpreis für die Bearbeitung der Sandsteine übernimmt und/oder die Stahleinfassung bezahlt, die der Verein nicht haben will. Geregelt sei allerdings die Ausbesserung des schadhaften Mauerwerks an der Ruine, die sich der Verein ebenfalls auf die Agenda geschrieben hatte. „Die übernimmt der UBZ selbst“, zitiert der Vorsitzende aus dem Schriftwechsel. Dafür habe der Förderverein Historische Fasanerie im vergangenen Jahr zwei Sitzbänke auf der Königsterrasse sowie die Streicharbeiten in weiß in Höhe von rund 280 Euro bezahlt. Die Anfrage nach zwei Bänken oben an den Weihern habe man abgelehnt. „Wir sind kein Verschönerungsverein, wenngleich es da manchmal Schnittmengen gibt“, erinnert Wolfgang Ohler an den Vereinszweck. Um künftig so langwierige Diskussionen mit UBZ und Unterer Denkmalschutzbehörde zu vermeiden, plant der Vorstand ein Grundsatzgespräch über einen generellen Masterplan, wie die Historische Fasanerie einmal aussehen soll. „Wenn wir wissen, was die wollen und was wir dürfen, können wir unsere Vorschläge darauf abstimmen“, bestätigt Richard Hudlet. Eine der nächsten Maßnahmen kann die Wiederherstellung der von oben linken Treppe entlang der Kaskade zu den unteren Weihern sei. Dabei gehe es um die barocke Optik. Mit einer Sandsteinverkleidung der rechten Betontreppe ließen sich dort auch die Stufen egalisieren, so dass diese besser zu begehen seien. Auch die Einfassung des Wasserlaufs durch die Wiese ist ein Thema.