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New Spirit
„Und nun lasst uns singen“

Konzertant und zugleich mitreißend, bewegte das Chorkonzert von New Spirit die Zuhörer.
Konzertant und zugleich mitreißend, bewegte das Chorkonzert von New Spirit die Zuhörer. FOTO: Cordula von Waldow
Contwig. Gospelchor New Spirit begeistert in der Contwiger Martin-Luther-Kirche mit seiner Singfreude. Von Cordula von Waldow

() „Freedom ist coming – Freiheit kommt“ – erklang es in der Contwiger Martin-Luther-Kirche. Zuerst sangen es die Männer, dann fielen die dunklen Frauenstimmen ein, die Sopranstimmen folgten. In einem Flashmob bauten sich die 16 Sängerinnen und Sänger von New Spirit aus Rimschweiler im Altarraum auf. „Gospel and more“ lautet das Motto des Chores. „Wir singen Gospel und moderne Lieder, Oldies und Klassiker“, erklärte Iris Beer bei ihrer Begrüßung. „Now let us sing – jetzt lasst uns singen“, hatte der Chor sein Konzert überschrieben.

Er folgte gleich zu Beginn auf den flotten Einstieg mit „I do it my way“. Solo-Sängerin Efe lud in ihre westafrikanische Heimat ein und intonierte mit „Njielo Njielo“ ein afrikanisches Wiegenlied, das sich auch rhythmisch deutlich von einem deutschen unterscheidet. Dem heiteren Evergreen „Glory Glory Hallelujah“ folgte ein neues Lied. „I am a small part of the World“. Dieses eher zarte Lied aus dem Gospelworkshop interpretierte der Chor mitreißend auf seine Art und Weise. Einfühlsam und tiefgehend, mit geschlossenen Augen, führte die studierte Musikerin Vera Hell mit ihrem Solo „First day of my life“ tief auf die Gefühlsebene. Lautmalerisch unterstützt und deutlich polyphon, forderten die Sänger dann auf: „Stand by me“. Bei diesem Stück fiel besonders auf, wie enorm sich der Chor unter Leitung von Steffen Hällmayr wieder weiterentwickelt hat. Tongenau, deutlich artikulierend, mit klangvollen Stimmen und sichtlicher Singfreude machten sie trotz der krankheitsbedingt kleineren Besetzung das Konzert zu einem großen Erlebnis.

Die Nigerianierin Efe mit ihrer dunklen, souligen Stimme, weckte zu Beginn des zweiten Liedblocks mit einem Gospel-Medley Gänsehaut bei den rund 80 Zuhörern. Im Call-an-Response-Prinzip sang sie die beliebtesten Lieder wie „Nobody knows“ oder „Down by the riverside“. Der Chor stimmte wie in klassischen Gospel-Gottesdiensten lautstark klatschend und tanzend in die Refrains mit ein.



Ergriffen von der mitreißenden Vorstellung, sang das Publikum trotz der Einladung dazu nur ganz leise mit. Mit Evergreens wie „El Condor Para“, „Sound of silence“ und „Viva La Vida“ sowie „Fields of Gold“ in einer eigenen, anspruchsvollen Interpretation, folgte ein weltlicher Block. Bekannte Gospels am Ende schlossen die Klammer um die abwechslungsreiche Liedauswahl. Nach dem eher zarten, tiefsinnigen „I call on your name“ des berühmten Oslo Gospel Chors, gab es dann gegen Ende des gut 75-minütigen Konzerts auch für die Zuhörer kein Halten mehr. Begeistert erklatschten sie sich nach „Lord, I lift your name on high“ stehend eine Zugabe. Das rhythmische „Clap your hands“ sangen, klatschten und wippten schließlich alle mit.