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CDU-Politiker für Rückkehr zu „Vorfahrt achten“-Schild
Franzen hält Stopp-Schild am Überflieger für zu hart

 Flotter Typ: Rolf Franzen will auf dem Weg zur A 8 nicht stoppen müssen.
Flotter Typ: Rolf Franzen will auf dem Weg zur A 8 nicht stoppen müssen. FOTO: CDU Zweibrücken
Zweibrücken. Das Stopp-Schild am Überflieger gehört für Stadtrats-Mitglied Rolf Franzen (CDU) abgeschafft. „Da hält niemand“, erklärte er bei der Sitzung des Stadtrates am Mittwochabend. Franzen stellte die Anfrage, prüfen zu lassen, ob dort nicht wieder ein „Vorfahrt achten-Schild aufgestellt werden könnte. Von Mathias Schneck

Franzen betonte, er kenne die Verkehrsverhältnisse am Überflieger sehr gut. „Ich nutze den Überflieger regelmäßig“, sagte er. Dabei habe er die Beobachtung gemacht, dass mehr oder weniger fast alle Autofahrer langsam auf das Stopp-Schild zurollten, sich noch einmal mit einem Blick über die linke Schulter vergewisserten, dass sich niemand vom Kreisel her nähere – und dann würden sie auf die Autobahn fahren. Ohne vorher gestoppt zu haben.

Ja, er wisse, dass das nicht getreu den Buchstaben des Gesetzes sei, machte der CDU-Politiker deutlich, stehe ein Stopp-Schild da, müsse man offiziell halten, die Räder müssten dann stillstehen, das sei schon klar.

Aber könne dieses Stopp-Schild nicht gegen ein „Vorfahrt achten“ getauscht werden? „Jeder der den Führerschein gemacht hat“, so Franzen, könne sich, wenn er den Überflieger nutze, schon vorher mit einem Blick links runter Richtung Kreisel vergewissern, wie die Situation sei, dass falle ihm nicht schwer, sagte der Stadtrat und andere hätten damit bestimmt auch kein Problem. Ein „Vorfahrt achten“-Schild würde den Verkehr vom Überflieger Richtung Autobahn flüssiger machen.



Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) sagte, die Verwaltung habe am 6. November beim für den Überflieger zuständigen LBM (Landesbetrieb Mobilität) einen Termin, dann werde auch über dieses Anliegen Franzens gesprochen, er erhalte dann die Antwort auf seine Anfrage im Anschluss.

Der „Überflieger“ war zu Beginn mit einem „Vorfahrt achten“-Schild versehen worden; doch dann entschied der LBM im Juni, die Verkehrssituation dort sei zu gefährlich, es müsse daher ein Stopp-Schild an der Stelle, an der der Überflieger in die Autobahn mündet, aufgestellt werden, im Juli wurde das Stopp-Schild dann platziert.

Diese Maßnahme hatte bei vielen Bürgern für ungläubiges Staunen und Spott gesorgt – ein „Überflieger“, an dessen Ende die Räder stillstehen müssen, mache seinem Namen wahrlich keine Ehre, lautete das Fazit zahlreicher Kritiker etwa auf Facebook (wir berichteten mehrfach).