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Baumfällungen in Rimschweiler
Boßlet beklagt „billige Polemik“

 Der UBZ hat den Zustand der Bäume, zum Beispiel die statisch heiklen Zwiesel (links) fotografisch dokumentiert.
Der UBZ hat den Zustand der Bäume, zum Beispiel die statisch heiklen Zwiesel (links) fotografisch dokumentiert. FOTO: UBZ
Zweibrücken. Von Fritz Schäfer

Die Bäume und Sträucher entlang des Radwegs in Rimschweiler haben die Mitarbeiter des Umwelt- und Servicebetriebs schon seit einiger Zeit im Blick: Bei so genannten Unglücksbalken, Zwieseln, gekippten Bäumen oder zusammengewachsenen Baumkronen bestehe die Gefahr, dass sie abbrechen oder umkippen, erklärt der Leiter der Grünabteilung des UBZ, Steffen Hell. So hätte der Sachgebietsleiter Grünplanung, Thomas Hoyer, die Bäume begutachtet. Auch die Fahrer der Kehrmaschine und die Streckenkontrolleure hätten zuletzt vermehrt abgebrochene Äste auf dem Weg gefunden, merkt Hell an.

„Wir mussten deshalb handeln“, betont UBZ-Vorstand Werner Boßlet. Es sei alles sorgfältig von den fachkundigen Mitarbeitern überprüft und geplant worden. Schließlich sei der UBZ in der Verkehrssicherungspflicht. „Wir dürfen uns nicht auf Glück verlassen, dass nichts passiert ist.“ Damit meint er nur Personenschäden. Abgefallene Äste auf Straßen und Wegen oder auf Gräbern gebe es immer wieder. Hell: „Das ist keine übertrieben Vorsicht.“

Es sei „eine billige Polemik, wenn man dem UBZ mangelnde Sorgfalt vorwirft“, stellt sich Boßlet vor seine Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr habe der UBZ dem Naturschutzbeirat mehrfach das Angebot gemacht, bei einer der Begutachtungen mitzugehen. „Aber das Angebot wurde nicht genutzt.“



Die Überlegung, nur einzelne Bäume herauszuholen, habe man verworfen, erklärt Hell. Es mache keinen Sinn, weil die Bäume sehr dicht zusammenstehen und die Kronen teilweise zusammengewachsen seien. Auch das Totholz müsse entfernt werden. „Wir haben nicht gerodet“, betont Hell. „Wir haben auf Stock gesetzt.“ Das heißt die Bäume und Sträucher wurden kurz über dem Boden abgeschnitten. Mit der Folge, dass die Bäume und Sträucher wieder ausschlagen. „In den nächsten zwei, drei Jahren werden die Brombeeren und andere Sträucher wieder ausschlagen.“ Auch die Robinien werden wieder wachsen, fügt Hoyer hinzu.

Der Sachgebietsleiter erwähnt in dem Gespräch auch den felsigen Untergrund. Deshalb würden dort auch keine Bäume gepflanzt. „Das überlassen wir der Natur.“ Wie der gesamte gefällte Bewuchs in den letzten Jahrzehnten natürlich gewachsen ist. In dieser Woche sei geplant, das restliche Totholz herauszuholen. Danach sei der derzeit ab der Forstbergstraße gesperrte Radweg wieder geöffnet. Auch die Sträucher am Wichernhaus seien wild gewachsen, sagt Hoyer. Unabhängig von aus Sicherheitsgründen notwendigem Rückschnitt planen die Stadtwerke dort die Beleuchtung zu erneuern und die Feuerwehr habe angemahnt,  für das nötige „Lichtraumprofil“ zu sorgen.

Auch Oberbürgermeister Marold Wosnitza tun Baumfällungen weh. „Das ist ein sehr emotionales Thema.“ Aber bei den Fällungen gehe es nicht um Emotionen, sondern um Fakten. Und da vertraut der Oberbürgermeister auf die fachlichen Einschätzungen der UBZ-Mitarbeiter. „Beim UBZ wird sorgfältig gearbeitet“, ist Wosnitza überzeugt.