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TuS Rimschweiler feiert
Seit 125 Jahren eine Institution

 Vier neue Ehrenmitglieder wurden vom TuS Rimschweiler ernannt – dabei auch Ehrenmitglied Ludwig Gundacker (rechts). Von links: Gerhard Weber (Vorsitzender), Rudi Lugenbiehl, Elisabeth Klensch, Hans-Peter Schmidt (Sportvorstand), Uwe Unversucht, Siegfried Stegner. 
Vier neue Ehrenmitglieder wurden vom TuS Rimschweiler ernannt – dabei auch Ehrenmitglied Ludwig Gundacker (rechts). Von links: Gerhard Weber (Vorsitzender), Rudi Lugenbiehl, Elisabeth Klensch, Hans-Peter Schmidt (Sportvorstand), Uwe Unversucht, Siegfried Stegner.  FOTO: Esther Bischoff
Rimschweiler. Der Turn- und Sportverein Rimschweiler feiert sein 125-jähriges Bestehen mit einem Festakt. Der Verein ernennt vier Ehrenmitglieder. Turnerbund und Fußballverband zeichnen zudem verdiente Mitglieder aus. Von Fritz Schäfer

„Großes Werk gedeiht nur durch Einigkeit“, heißt es im traditionellen Turnerlied, mit dem der Männergesangverein den Festabend des Turn- und Sportvereins Rimschweiler eröffnete. Und diese Bedeutung der Einigkeit und des Zusammenhalts betonten danach die Gäste bei ihren Grußworten. Staatssekretär Hans Beckmann übersetzte es in seiner Festansprache mit einem Satz von Fritz Walter: „Der Schlüssel zum Erfolg ist Kameradschaft und der Wille alles für den anderen zu geben.“

Das habe er auch beim TuS Rimschweiler erlebt, sagt Beckmann, der vor vier Jahrzehnten das Grün-Weiße Trikot getragen habe. Das 125-jährige Bestehen nötige ihm Respekt ab. Respekt auch vor denjenigen, die den Verein in der langen Zeit mit ehrenamtlichem Engagement am Leben gehalten haben. Der Verein, „eine Institution“, habe nicht nur 125 Jahre erlebt, sondern auch zwei Weltkriege überlebt. Beim Blick in die Geschichte merkte Beckmann an, dass der Verein für die Gründer „ein Stück Freiheit“ gewesen sei. „Da konnten sie Mensch sein.“

Neben dem sportlichen Aspekt sprach der Bildungsstaatssekretär auch die gesellschaftspolitische Bedeutung des Vereins an. In Sportvereinen werde die soziale Kompetenz gestärkt. „Hier wird ein Stück Demokratieerziehung geleistet.“ Insofern sei Vereinsleben ein Stück Demokratie im Kleinen. „Noch niemand hat etwas Besseres für die Erziehung erfunden.“



Mit Blick auf das vielfältige Angebot bei den Fußballern, den Turnern und den Tänzern sieht Beckmann den TuS auf einem guten Weg. Dabei durchlebte der Verein 2010/11 ein tiefes Tal, wie der Vorsitzende Gerhard Weber bei der Begrüßung der rund 200 Gäste nicht verschwieg. Damals musste der TuS die vereinseigene Halle an die Stadt veräußern, um den finanziellen Ruin zu vermeiden.

Doch mit den Leuten, die 2010 die Verantwortung übernommen haben, hätte sich der Verein wieder erholt. Und so konnte der TuS den Hartplatz zu einem Rasenplatz umbauen, der vor zwei Monaten eingeweiht wurde (wir berichteten). Dank der Zuwendungen von Stadt und Land sowie der Hilfe und Unterstützung von Mitgliedern und Spendern. Der Vorsitzende rief die Mitglieder auf, weiter den Verein zu unterstützen. „Dann bleiben wir ein belebendes Element unseres Ortes.“

Daran knüpfte die Ortsvorsteherin Isolde Seibert an, die sich erleichtert zeigte, dass der Verein „nach Turbulenzen wieder auf soliden Füßen steht“.

„Zweibrücken rühmt sich als Sportstadt“, sagte Oberbürgermeister Marold Wosnitza in seinem Grußwort. Dabei sei der TuS Rimschweiler mit den fast 600 Mitgliedern einer der größten und mit 125 Jahre einer der ältesten. Der Oberbürgermeister betonte, wie wichtig der Verein im Stadtteil sei. Deshalb habe die Stadt zuletzt auch bei der Baumaßnahme geholfen.

Sportvereine benötigten Sportstätten, sagte der Vizepräsident des Sportbundes Pfalz, Hartmut Emrich. Allerdings fehlte kleinen Vereinen oft das Geld, um größere Sanierungen zu finanzieren. „Das musste auch der TuS erfahren und durchlebte eine Talsohle.“ Doch auch Emrich meinte, wie die übrigen Redner, dass der Verein bei seinem Angebot „Weitsicht beweise“. Eine funktionierende Gesellschaft benötige funktionierende Vereine.

Zur Weitsicht gehört nach den Worten des Präsidenten des Südwestdeutschen Fußballverbands (SWFV), Hans-Dieter Drewitz, auch der Frauenfußball, der in Rimschweiler seit einem Jahr angeboten wird. „Ihr Mädels seid spitze“, rief Drewitz den Frauenfußballerinnen zu, die bei dem Festabend für die Erringung der Meisterschaft der Landesliga Westpfalz – verbunden mit dem Aufstieg in die Verbandsliga Südwest – geehrt wurden. „Das ist eine tolle Leistung.“ Der Männermannschaft rief er zu, dass es in der C-Klasse „nur nach oben gehen kann“.

Der Vizepräsident des Pfälzer Turnerbundes, Helmut Hartmann, erkannte die erfreuliche Entwicklung des Vereins in den letzten Jahren an. Er wünschte sich, dass die Vereinsführung weiter gute Ideen habe und die Mitglieder zusammenhielten. Der Verein nutzte den Festabend, um Elisabeth Klensch, Rudi Lugenbiehl, Siegfried Stegner und Uwe Unversucht zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Anschließend gratulierten befreundete Vereine aus Rimschweiler und der Nachbarschaft dem Verein zum Jubiläum.

 Das Bild zeigt die Ehrung des Südwestdeutschen Fußballverbands. Von links: Hans-Peter Schmidt, Edgar Wallitt (Fußball-Kreisvorsitzender), Martin Ramminger, Hans-Dieter Drewitz (SWFV-Präsident), Gerhard Weber.
Das Bild zeigt die Ehrung des Südwestdeutschen Fußballverbands. Von links: Hans-Peter Schmidt, Edgar Wallitt (Fußball-Kreisvorsitzender), Martin Ramminger, Hans-Dieter Drewitz (SWFV-Präsident), Gerhard Weber. FOTO: Esther Bischoff