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Fünf verendete Jungtiere werden untersucht
Tote Krähen: Ursache noch unklar

Tierschützer haben tote und geschwächte Krähen in der Zweibrücker Schwarzbach-Allee gefunden.
Tierschützer haben tote und geschwächte Krähen in der Zweibrücker Schwarzbach-Allee gefunden. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Veterinäramt hat fünf verendete Jungvögel zur Untersuchung aufgesammelt. UBZ glaubt Tierquäler-Gerüchten nicht. Von Mathias Schneck

War es ein Tierquäler? Oder eine grausame Laune der Natur? Es ist weiterhin unklar, worin die Ursache für die toten und geschwächten Saatkrähen liegt, die am 9. und 10. Mai am Boden liegend in der Allee in Zweibrücken aufgefunden wurden. Das Veterinäramt des Kreises hat sich inzwischen dieser Angelegenheit angenommen (wir berichteten mehrfach).

Bislang gibt es noch keine Erkenntnisse darüber, was den Tieren so sehr zusetzte. Thomas Höh, Sprecher des Landkreises, erklärt auf Anfrage unserer Zeitung, dass Mitarbeiterinnen des Veterinäramtes „vor Ort abgewogen haben, welche Kadaver noch für eine Untersuchung geeignet sind“. Daraufhin hätten sie „fünf verendete Jungvögel aufgesammelt und als Kurierfahrt zur pathologischen Untersuchung an das Landesuntersuchungsamt Koblenz gebracht“. Die Kadaver seien mehrfach verpackt und gekühlt in einer auslaufsicheren Box transportiert worden. Höh rechnet damit, dass es zirka ein bis zwei Wochen dauert, bis ein Ergebnis vorliegt.

Sollten sich im Rahmen der nun stattfindenden Untersuchung „Hinweise auf mögliche toxische Ursachen ergeben, werden weiterführende Untersuchungen eingeleitet. Diese müssten dann auch gegebenenfalls in einem anderen Labor durchgeführt werden“, sagt Höh mit Blick auf Spekulationen, ein Tierhasser könne die Krähen vergiftet haben.



Der Kreissprecher betont mit Blick auf den aktuellen Stand der Dinge: „Ein bestimmter Verdacht zur Todesursache besteht im Moment nicht.“ Es gebe also keinen Hinweis auf eine Vergiftung.

Der UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken), der für die Baumpflege in der Allee zuständig ist, sieht keinen Anlass zu Spekulationen, ein Tierquäler könne in der Allee sein Unwesen treiben. Das hatte der UBZ bereits in den vergangenen Tagen erklärt.

Heinz Braun, Sprecher der Stadt Zweibrücken merkt auf Anfrage zudem an, „dass die Untere Naturschutzbehörde, die beim UBZ angesiedelt ist, ebenfalls von einer natürlichen Ursache ausgeht“. Braun sagte, es gebe ganz klare Erkenntnisse bei Experten darüber, dass Jungtiere im Nest andere regelrecht „über Bord werfen“, wenn das Futter nicht für alle reiche. Offenbar falle es manchem Tierfreund schwer, zu akzeptieren, dass es in der Natur mitunter so unbarmherzig zugehe.

Braun sieht die Größe der Population der Krähen in der Stadt inzwischen als problematisch an. Alleine in der Allee befänden sich rund 700 Nester. Die Beschwerden von Bürgern seien ernst zu nehmen, auch für Besucher des Rosengartens sei das Geschrei der Tiere eine unangenehme Erfahrung. Für einen nicht unerheblichen Teil der Bürger stelle die Anzahl dieser vom Gesetzgeber streng geschützten Tiere inzwischen „einen Verlust an Lebensqualität“ dar.