| 22:38 Uhr

Tag der offenen Tür
THW zeigt eindrucksvolle Leistungsstärke

Fabian Ehrgott vom THW Pirmasens hilft Jason Noel Schwarz (6) beim Kistenklettern.
Fabian Ehrgott vom THW Pirmasens hilft Jason Noel Schwarz (6) beim Kistenklettern. FOTO: Cordula von Waldow
Zweibrücken. Die Zweibrücker Ortsgruppe des Technischen Hilfswerks öffnete anlässlich ihres 65-jährigen Bestehens die Tore. Von Cordula von Waldow

Im Falle einer Katastrophe ist Zweibrücken mit den Helfertrupps des Technischen Hilfswerks (THW) und zahlreichen Kooperationspartnern und THW-nahen Organisationen wie Feuerwehr, ASB oder Polizei gut aufgestellt. Davon konnten sich die vielen Hundert Besucher überzeugen, die zum Tag der offenen Tür anlässlich des 65-jährigen Bestehens der Ortgruppe auf das rund 6000 Quadratmeter große Gelände auf dem Kreuzberg gekommen waren. Der eigens eingerichtete Parkplatz war dicht gefüllt, den ganzen Tag über herrschte ein Kommen und Gehen. Interessiert ließen sich die Besucher von den zahlreichen Helfern im weithin sichtbaren THW-Shirts die beeindruckende technische Ausstattung erklären.

Sie erfuhren, dass es zwei große Einsatzfahrzeuge, die Gerätekraftwagen 1 und 2 gibt. Das erste Fahrzeug wird als Ersthelfer an einen Einsatzort losgeschickt. „Es ist aufgebaut wie ein riesiger, fahrbarer Werkszeugkasten mit einer enormen technischen Grundausstattung“, beschrieb Michael Schaub für Laienohren verständlich. Hierauf befindet sich alles, unter anderem für eine Fahrzeugrettung, ein Hebekran, Kettensäge, Wasserschläuche zum Pumpen, Atemmasken für die Helfer sowie schweres Gerät wie Steinschneider.

Das zweite Einsatzfahrzeug bietet zusätzliche technische Möglichkeiten und verfügt über eine noch bessere Stromversorgung, um bei Stromausfall oder Dunkelheit agieren zu können. Mit dem Stromaggregat im Anhänger lassen sich drei bis vier Häuser speisen. „Wir stellen jetzt auf den neuen Fahrzeugtyp um“, informiert Michael Schaub. Waren in den alten Fahrzeugen die Werkzeugkästen fest installiert, kommen sie in Rollcontainern in die modernen THW-LKW. „Die können wir im Bedarfsfall ausladen und Sandsäcke damit transportieren, wie etwa bei dem großen Elbdeich-Bruch“, beschreibt der langjährige THW-Mitarbeiter und berichtet ausführlich über diesen großen Einsatz, an dem auch der Ortsverband Zweibrücken beteiligt war.



Einen Blick durften die Besucher auch in den Mannschaftswagen mit sechs Sitzplätzen vor dem Werkzeug-Aufbau und in die „fahrbare Einsatzzentrale“ mit der Zweibrücken-Karte an der großen Tafel und den Magneten für die vielfältigen Einsatzfahrzeuge werfen. Ein hohes Gerüst mit Wasserfall demonstrierte zugleich Gerüstaufbau und Pumptätigkeit. „Ohne Strom keine Kommunikation“, wissen die Zweibrücker Amateurfunker. Sie haben ihren Standort ebenfalls in dem großzügigen THW-Gebäude und halten den Einsatzkräften im Notfall den Rücken auf Kommunikations-Ebene frei. „Eine sehr gute und wichtige Zusammenarbeit“, sind sich beide Seiten einig.

Vor allem die Kinder und Jugendlichen betätigten sich an den vielfältigen Aktions-Stationen. Mit dem großen Spreizer, der sonst dazu dient, Insassen aus Unfallfahrzeugen frei zu schneiden oder Fahrzeugtüren für eine Bergung aufzuspreizen, galt es, leere Plastikflaschen von einem Tisch in den Kasten einzuordnen. Der zehnjährige Paul Utzinger aus Contwig meisterte diese Geschicklichkeitsübung gut. Er gehört seit einem Jahr in die große THW-Jugendgruppe und besuchte das Geburtstagsfest des Ortsvereins mit Verwandten aus Frankreich.

Der sechsjährige Jason Noel Schwarz versuchte erstmals auf einem wachsenden Kistenturm möglichst hoch zu klettern, liebevoll motiviert und gesichert von einem ganzen THW-Trupp. Besonders cool fand er die abschließende Seilrutsche zurück auf den Boden.

Während die kleinen Besucher Bobbycar fuhren, betrachtete Henri Schmimitzek (8) aus Contwig mit seiner Familie den großen Playmobil-Aufbau von THW, Feuerwehr und anderen Einsatzkräften. Er ist mit seinen Freunden bei den THW-Minis ab sechs Jahren und „ganz begeistert bei der Sache“, berichtet seine Mutter. Es sei „Spaß und Lernen in beschützter, familiärer Atmosphäre“.

Im Festzelt genossen zahlreiche Besucher die angebotene Kulinarik zu den Klängen des Musikvereins Niederauerbach und der Rockband „Sundry“. Höhepunkt zum Abschluss waren der beleuchtete, blau scheinende Wasserfall und das Höhenfeuerwerk, das der THW selbst inszenierte.

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