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Wer wird die neue Nummer 3 im Zweibrücker Stadtvorstand?
Bislang wollen nur SPD’ler Beigeordneter werden

 SPD-Vize- Fraktionschef  Thorsten Gries.
SPD-Vize- Fraktionschef Thorsten Gries. FOTO: Veronika Hautz
Zweibrücken. Thorsten Gries und Thilo Huble sind bereit, Nachfolger von Henno Pirmann zu werden. Die CDU hüllt sich noch völlig in Schweigen, die Grünen geben Rätsel über ihren Kandidaten auf. Von Lutz Fröhlich
Lutz Fröhlich

Redakteur und Lokalreporter Zweibrücken

Ende Dezember geht die Nummer drei im Zweibrücker Stadtvorstand, der hauptamtliche Beigeordnete Henno Pirmann (SPD), in den Ruhestand. Spätestens bis Ende September, so schreibt die Gemeindeordnung vor, muss der Stadtrat einen Nachfolger wählen. Die Uhr tickt also – aber immer noch scheint völlig offen, wie sich eine Mehrheit im Rat finden lässt.

Die SPD gewann zwar bei der Wahl am 26. Mai die meisten Stimmen, ist aber auf 11 Sitze abgestürzt. Ebenso viele hat die CDU. Die übrigen 18 Sitze teilen sich Grüne (5), FWG (4), AfD (4), FDP (2), Linke (1), Die Partei (1) und Atilla Eren. Lange war erwartet worden, der CDU würde es gelingen, eine Mehrheit gegen die SPD zu schmieden – doch nach Merkur-Informationen gibt es dagegen bei einigen Fraktionen, auf die die CDU hofft, Widerstände. Fraktionschefin Christina Rauch, die allgemein als mit weitem Abstand wahrscheinlichste potenzielle CDU-Kandidatin gilt, reagierte bislang nicht auf Merkur-Kontaktversuche.

Gesprächiger ist die SPD. Die hat zwar bislang ebenso wenig wie die CDU eine Mehrheit in Sicht – aber dafür schon gleich zwei hochrangige Mitglieder, die auf Merkur-Anfragen kein Geheimnis daraus machen, dass sie Beigeordneter werden wollen. Der stellvertretende Fraktionschef und bei der Firma Dahlhauser angestellte Maurer Thorsten Gries hatte dies schon vor der Ratswahl durchblicken lassen. Jetzt wirft auch der stellvertretende SPD-Stadtverbandsvorsitzende, Kultur- und Verkehrsamtsleiter Thilo Huble, seinen Hut in den Ring. Beide betonten, das Amt reize sie zwar, erst aber mal müsse ein SPD-Parteitag einen von ihnen (oder einen eventuellen anderen Kandidaten) vorschlagen, und dann gelte es ja auch noch im Stadtrat eine Mehrheit zu finden. Letzteres halten beide für nicht einfach, aber durchaus machbar. Gries sagt, es gebe schon „ein paar Punkte“, die ihn zuversichtlich machten, „da möchte ich aber nicht jetzt schon etwas zu sagen“. Huble antwortet auf diese Frage: „Ich führe mein Amt relativ zielorientiert und teamorientiert, um mit Lösungsansätzen Ziele zu erreichen. Es geht letztlich um die Frage aktiven Steuerns und Handelns.“ Diese Herangehensweise werde nicht nur bei SPD-Räten geschätzt, interpretiert der Merkur-Reporter Hubles Andeutungen.



Thorsten Gries engagiert sich seit 2009 im Stadtrat. „Wenn man so lange in der Kommunalpolitik tätig ist, würde es mir Spaß machen, Dinge in verantwortungsvoller Position zu diskutieren und umzusetzen, da habe ich einige Dinge“, antwortet der 47-Jährige auf die Frage nach dem Grund seiner angestrebten Kandidatur. „Es würde mich reizen, mich für die Stadt als Beigeordneter noch mehr als bisher einzubringen.“

Thilo Huble (56) antwortet: „Das ist ein Amt, bei dem man die Weiterentwicklung der Stadt mitgestalten kann an noch verantwortlicherer Stelle.“ Zudem sei seine langjährige Verwaltungserfahrung (seit 2000 als Amtsleiter, davor im Haupt- und Rechtsamt), „sicher nicht das schlechteste Beiwerk, eine solche Aufgabe zu übernehmen“.

Die „kleinen“ Fraktionen und Ein-Mann-Vertreter, die zusammen so groß wie noch nie zuvor sind, trennt inhaltlich zwar viel. Nach Merkur-Informationen gibt es aber ziemlich einhelliges Unbehagen bei der Vorstellung, neben Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) und Christian Gauf (CDU) noch einen weiteren Vertreter der „großen“ Parteien in den Stadtvorstand zu schicken und so dort fast die Hälfte der Wähler unrepräsentiert zu lassen. Mit 12,7 Prozent mit deutlichem Abstand die meisten Stimmen von den „Kleinen“ bekamen die Grünen. Fraktionschef Norbert Pohlmann hat gegenüber dem Merkur zwar angedeutet, dass die Grünen einen Kandidaten vorschlagen möchten – verrät aber nur, dass es keines der bekannten Zweibrücker Grünen-Gesichter wird.

 Kultur- und Verkehrsamtsleiter Thilo Huble.
Kultur- und Verkehrsamtsleiter Thilo Huble. FOTO: Volker Baumann