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Beigeordneten-Wahl
Thilo Huble: Bauamt ist für die Menschen da

 SPD-Kandidat Thilo Huble in der Fußgängerzone.
SPD-Kandidat Thilo Huble in der Fußgängerzone. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Die SPD hat den Leiter des Kulturamts für das Amt des Beigeordneten nominiert. Von Fritz Schäfer

Der Beifall für Thorsten Gries nach seiner Rede war zwar etwas lauter und klang enthusiastischer als der Beifall nach der Rede von Thilo Huble. Aber der Leiter des Zweibrücker Kultur- und Verkehrsamt erhielt mehr Stimmen. 27 Delegierte stimmten für den in Rimschweiler aufgewachsenen, 25 für den Niederauerbacher. Damit schickt die SPD den 56-Jährigen Huble ins Rennen um das Amt des Beigeordneten (wir berichteten). Bei der Stadtratsitzung am Mittwoch, 18. September, tritt Huble gegen Christina Rauch (CDU), Norbert Pohlmann (Grüne), Thomas Körner (FWG), Aaron Schmidt (Partei/Linke) und möglicherweise Atilla Eren (WG Schneider) an.

Ende des Jahres verabschiedet sich Henno Pirmann (SPD) nach acht Jahren in den Ruhestand. Schon als Kulturamtsleiter hat Huble Akzente gesetzt. Jetzt wolle er „Politik aktiv gestalten“, begründete der Diplom-Verwaltungswirt seine Motivation, sich zu bewerben. Dabei setzte er in seiner Rede inhaltlich Punkte. So nehme er das Wort Wirtschaftsförderung wörtlich. „Es fehlt eine städtische Gastronomieszene.“ Dabei habe die Stadt mit dem Hallplatz beste Voraussetzungen, so etwas zu entwickeln. Da müsse die Politik „gezielt“ gestaltend eingreifen. So etwas würde die Stadt attraktiver machen auch für die Studenten.

Huble steht zum Ausstieg aus der Pfalztouristik. Stattdessen soll sich die Stadt der Biosphäre Bliestal enschließen. „Das liegt uns näher.“ Mit Blick auf die Digitalisierung forderte er eine Zweibrücken App, auf der die Leute dann nachschauen können, wann der nächste Bus fährt oder Öffnungszeiten suchen. Huble möchte, dass Zweibrücken möglichst lange eigenständig bleibt. Allerdings müsse man sich damit beschäftigen, dass die Einkreisung irgendwann komme. Mit Blick auf die Kosten im Sozialbereich könnte das den städtischen Haushalt entlasten.



Eine Entlastung des städtischen Haushalts könne auch eine freiwillige Kurtaxe bringen. Mit der Ansiedlung der Stadt- und Jugendbücherei in die Räume des früheren City-Outlets machte Huble einen weiteren Vorschlag. Und auch zum Bauamt nahm er Stellung: „Das Amt ist nicht für die Gesetze da, sondern für die Menschen und die Investoren.“ Die Entwicklung des Geländes des ehemaligen evangelischen Krankenhauses und der Weißen Kaserne oder der Ausbau der Radwege sprach Huble in der 15-minütigen Rede auch noch kurz an. Nach über 30 Jahren im Rathaus, davon 18 Jahre als Amtsleiter, wisse er, „wie die Verwaltung tickt“.

Als Handwerker und Familienvater habe er gelernt „Wünschenswertes vom Möglichen“ zu unterscheiden, sagte Thorsten Gries bei seiner Bewerbungsrede. Und diese Erfahrung und Fertigkeit möchte er im Stadtvorstand einbringen. Auch er habe sich gefragt, ob er das könne. Das sei auch die Frage, die sich ein Handwerker stelle, sagte der Polier eines Bauunternehmens. Für die Handwerker gelte die Regel: können, wollen, machen. Diese Maxime durchzog die bestimmt vorgetragene Rede. Auch Gries kam auf die beiden Ämter zu sprechen, die der jetzige Dezernent Henno Pirmann inne hat: das Ordnungsamt und das Bauamt. Da möchte er dem Oberbürgermeister mit Ideen zur Hand gehen. So möchte Gries das ökologische Bauen ausweiten und den Artenschutz intensivieren. „Ich möchte das Amt mit dem gebührenden Respekt ausüben“, beendete Gries die etwas kürzer gehaltene Rede.

„Wir können stolz sein, dass die SPD zwei so gute Bewerber hat“, sagte der wieder gewählte Vorsitzende der Zweibrücker SPD, Stéphane Moulin, zu Beginn der Sitzung. Beide hätten sich „überzeugend“ vorgestellt, sagte Moulin nach der Wahl. Jetzt gelte es, alles dafür zu tun, das der Nominierte auch im Stadtrat gewählt wird.

In seinem Jahresbericht hatte der Vorsitzende bei seinem Rückblick auf die „ereignisreichen letzten 14 Monate“ auch den Anspruch der SPD auf den Beigeordnetenposten bekräftigt. Der Oberbürgermeister sei direkt von den Bürgern gewählt worden. Der Bürgermeister und der Beigeordnete werden vom Rat gewählt. Da habe der Rat einen CDU-Vertreter gewählt. Als Partei mit den meisten Stimmen bei der Kommunalwahl sollte der Rat auch einen Vertreter der SPD wählen.