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Mehr Fantasie bei Wirtschaftsförderung!
Tesla-Chance nicht vorschnell verspielen

Manuel Görtz
Manuel Görtz FOTO: PM / Robby Lorenz
Am 23. September entscheiden die Bürger, wer die Weichen für Zweibrückens Zukunft stellt: Der Stadtrat hat am Mittwoch für diesen Tag die Wahl des neuen Oberbürgermeisters angesetzt. Von Manuel Görtz

Doch wer ist am besten geeignet, die Stadt zukunftsfähig zu machen? Die Kandidaten werden sich auch daran messen lassen müssen, ob ihnen die Bürger zutrauen, die Stadt so nachhaltig zu gestalten, dass sie lebenswert bleibt und ihre Einwohnerzahl zumindest halten kann. Eine Schlüsselaufgabe des neuen Oberbürgermeisters wird daher eine offensive Wirtschaftsförderung sein, damit sich neue Firmen ansiedeln, die neue Arbeitsplätze schaffen und durch deren Gewerbesteuerzahlungen die Stadt ihren gigantischen Schuldenberg zumindest ein wenig abbauen kann. Homburg hat es gerade vorgemacht: Die Stadt will sich um die Ansiedlung einer riesigen Fabrik des amerikanischen Elektroauto- und Batterieherstellers Tesla bewerben, der nach einem deutschen Standort nahe der Grenze zu Frankreich und den Benelux-Staaten sucht. Und was passiert nur wenige stillgelegte Bahnstreckenkilometer von Homburg entfernt? In Zweibrücken gibt es kein Grundstück, auf dem eine solche Fabrik gebaut werden könnte, wie Wirtschaftsförderin Anne Kraft auf Merkur-Anfrage bedauerte.

Und das, obwohl allein das Areal, das nach der Insolvenz des Flughafens von der Immobiliengesellschaft Triwo übernommen wurde, 1,78 Millionen Quadratmeter umfasst. Selbstverständlich hat Kraft recht, wenn sie sagt, dass sie selbst zurzeit höchstens 40 000 Quadratmeter Industriegelände anbieten könnte. Hat sie nicht an das Flughafen-Areal gedacht? Das gehört zwar nicht der Stadt und ist derzeit gut vermietet – wäre allerdings mit der direkten Autobahn-Anbindung Richtung Benelux und Schnellstraße nach Frankreich ein idealer Standort für den Tesla-Konzern, der allein in seiner Giga-Fabrik in Arizona 6500 Menschen beschäftigt.

Mit etwas mehr Fantasie bei der Wirtschaftsförderung wäre also viel gewonnen, um Investoren nicht bereits abzuschrecken, bevor sie sich überhaupt mit dem Standort Zweibrücken befasst haben.