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Terrag räumt Schnee-Verfärbung ein

Zweibrücken. Die Firma Terrag hat ihre Stellungnahme zum „schwarzen Schnee“ erläutert: Man räume ein, für die Verschmutzung verantwortlich zu sein. Doch es habe keinerlei Gefahr bestanden. Die Bürgerinitiative Mörsbach erwägt eine eigene Analyse. Eric Kolling,Lutz Fröhlich (Merkur)

Die Firma Terrag räumt in ihrer Stellungnahme an die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd nun auch offiziell ein, Verursacher des schwarz gefärbten Schnees am ersten Februarwochenende neben der Mülldeponie Rechenbachtal zu sein. Es bestätige sich "offenbar", dass es beim Filterwechsel Filterwechsel an der Konditionierungsanlage zu Verwehungen kam, so Terrag-Sprecher Hubert Immesberger.

Nach der Analyse eines unabhängigen Sachverständigen, der vom Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken (UBZ) beauftragt worden war, sei dies im Zusammenhang mit den Wetterdaten "nicht auszuschließen". Am 7. Februar gab es starke Windböen. Laut Gutachten liege die Belastung der Ablagerungen in einem "sehr niedrigen Bereich", so Immesberger weiter. Die Menge sei mit einigen Gramm pro Quadratmeter sehr gering. Diese sei durch tatsächliche Messung ermittelt worden. Immesberger: "Bei der Probe wurde ein Quadratmeter der Schneeoberfläche vollständig abgetragen. Nach der Schneeschmelze im Labor wurde das Wasser gefiltert, zurück blieb die Ablagerung, die verwogen wurde." Bezogen etwa auf die sogenannten "Prüf- und Vorsorgewerte" für Kinderspielplätze der Bodenschutzverordnung erreiche der Schadstoffeintrag, der sich aus Analyseergebnis und Ablagerungsmenge - bezogen auf die Oberbodenschicht - ergebe, 0,003 Prozent dieser Werte.

Terrag-Geschäftsführer Gerhard Scherer: "Ich bedauere, dass durch den optischen Eindruck auf den Schneeflächen möglicherweise Angst vor einer Umweltgefährdung entstanden ist. Doch nach intensiver Auswertung des Gutachtens im Vergleich zu bundeseinheitlichen Vorgaben kann eine Gefährdung aller Schutzgüter - Boden, Wasser, Mensch, Nutzpflanzen - durch das Ereignis nachweislich ausgeschlossen werden." Terrag zieht allerdings Lehren aus dem Vorfall: Künftig würden Filter in Abstimmung mit den Behörden gewechselt.

Die Bürgerinitiative Mörsbach , die die Schnee-Verschmutzung öffentlich gemacht hatte, hielt sich gestern mit einer Bewertung zurück. Vorsitzender Dennis Nizard will erst die Inhaltsstoffe erfahren, auf die getestet wurde. Die BI habe selbst eine Schnee- und Bodenprobe genommen und lagere sie in einem Kühlfach, um sie bei Bedarf durch ein unabhängiges Institut testen lassen zu können.

Warum hatte der UBZ - einer der ursprünglich drei Tatverdächtigen - das Gutachten erstellen lassen und nicht die SGD Süd? Diese muss nun nämlich beim UBZ um Erlaubnis bitten, um Details offenlegen zu dürfen. SGD-Sprecherin Nora Schweikert: "Das geschah, weil zunächst eine Herkunft der Stäube von der Deponie vermutet wurde. Der UBZ hat die Analyse ohne behördliche Verpflichtung beauftragt."

Auf Merkur-Nachfrage löste Terrag-Sprecher Hubert Immesberger gestern Abend noch auf, welche chemischen Substanzen den Schnee geschwärzt haben: "Gemessen wurden die gängigen Schwermetalle von A wie Arsen bis Z wie Zink." Alle unterschritten deutlich gesundheitsgefährdende Bereiche. Kann sich also auch der betroffene Biolandwirt Achim Ruf beruhigt zurücklehnen? Ja, meint Immesberger. Er wisse aber nicht, ob die Vorgaben der Ökolandwirtschafts-Organisation, nach denen Ruf arbeitet, noch strengere Kriterien vorsehen als die ihm bekannten "strengen Grenzwerten".