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Terex-Beschäftigte bereit zum Streik

Zweibrücken. Das Tarifangebot der Arbeitgeber empfinden die Metallarbeiter als Provokation. Am Freitag startete eine Warnstreikwelle. In Zweibrücken machten die Terex-Beschäftigten den Anfang. Damit stellten sie sich hinter die Forderung der IG Metall. Fritz Schäfer

Freitagmorgen rollten die Terex-Beschäftigten die Fahnen und Transparente aus, zogen die roten Streikwesten an und machten mit Trillerpfeifen ihrem Unmut Luft. "Das 0,9-Angebot der Arbeitgeber ist eine Provokation", ereiferte sich der Terex-Betriebsratsvorsitzende, Eduard Glass, unter dem Beifall der über 300 Kollegen vor dem Werkstor an der Dinglerstraße. "Und die 2,3 Prozent für zwei Jahre von Donnerstag ist auch nicht besser. Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die hier ihren Mann oder Frau stehen." Deshalb legten am Freitag fast 1000 Beschäftigte an den drei Standorten Dinglerstraße, Wallerscheid und Bierbach für eine Stunde die Arbeit nieder. "Ich bin gerade durch die Werkshallen gegangen und habe festgestellt: Die Produktion steht still." "Der Streik geht los", rief auch der stellvertretende Betriebsratvorsitzende Patrick Steiner den Kollegen zu. Zur Kundgebung waren auch Vertrauensleute von John Deere an die Dinglerstraße gekommen. Dort wird es in den kommenden Tagen auch zu Warnstreiks kommen, kündigte der erste Bevollmächtigte der IG Metall Homburg-Saarpfalz, Ralf Reinstädler, an. Für die nächsten neun Werktage hat die IG Metall neun Warnstreiks in der Region beantragt. "Wenn sich die Arbeitgeber bis Pfingsten nicht bewegen, rappelt es in den Betrieben." Zunächst seien Tagesstreiks möglich und dann könnte es eine Urabstimmung geben. Das Angebot der Arbeitgeber , auch das jüngste vom Donnerstag sei "eine Aufforderung zum Streik", ergänzte Reinstädtler. Mit lautem Pfeifen aus den Trillerpfeifen unterstrichen die Kranbauer den Satz des IG-Metall Funktionärs. Statt einer Wertschätzung für ihre Arbeit würden die Beschäftigten mit "dummen Sprüchen und falschen Behauptungen" hinters Licht geführt. So gehe es der Metall- und Elektroindustrie seit Jahren gut. "Allein die Dividende, die die fünf größten Betriebe der Metallindustrie ihren Aktionären zahlen, ist mehr als eine fünfprozentige Lohnerhöhung für 3,8 Millionen Beschäftigte."