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Bauausschuss
Tempo-30-Zone soll Raser in der Hilgardstraße ausbremsen

FOTO: dpa / Carsten Rehder
Zweibrücken. Bauausschuss stimmt zudem Bau einer Schutzhalle an Konditionierungsanlage zu. Von Martin Wittenmeier

Bislang war die Hilgardstraße ein „El Dorado“ für Raser und Falschparker. Ganz zum Ärger vieler Anwohner. Damit soll nun Schluss sein. Der Bauausschuss hat gestern Abend zugestimmt, die Hilgardstraße sowie den angrenzenden Hilgardplatz und die Augartenstraße durch das Ingenieurbüro Fauß aus Etschberg sanieren zu lassen.

Dann wird die 465 Meter lange Hilgardstraße zur Tempo-30-Zone. „Bislang war die Straße ein langer, gerader Korridor, der förmlich zum Rasen einlädt“, erklärt Ingenieur Stefan Fauß. Vier Richtungsverschwenkungen sollen Bleifüße künftig ausbremsen. Ein größeres Problem ist die angespannte Parkplatzsituation – besonders in Richtung Gutenbergstraße. Was aber in erster Linie „an der Faulheit der Leute“ liege, die „keinen Meter zu viel laufen wollen“, hakte Dirk Schneider (SPD) ein. Beidseitig abgestellte Autos blockieren nicht nur die Fahrbahn, sondern auch den Gehweg.

Geparkt wird in der Hilgardstraße nach dem Ausbau ausschließlich auf der nördlichen Seite (Richtung Hilgard-Center). Insgesamt 55 Parkplätze – 53 mit jeweils sechs Metern Länge, und zwei mit je fünf Metern Länge – sind laut Fauß geplant. Dazu kommen 20 neue Parkmöglichkeiten am Hilgardplatz, von denen vier behindertengerecht ausgebaut werden. Dafür werden hier fünf Bäume gefällt, die teilweise in die Straße hineinragen. „Dadurch verschlechtert sich die Parkplatzsituation nicht, aber die Optik wird aufgewertet“, betont der Ingenieur. Ziel sei es auch gewesen, auf der gegenüberliegenden Seite einen 1,81 Meter breiten barrierefreien Gehweg zu schaffen. Vom Tisch sind dagegen die Pläne aus der Hilgardstraße eine Einbahnstraße zu machen. Als Begründung nannte Fauß die Zulieferung des Hilgard-Centers durch Lastwagen.



„Das ist ein großer Fortschritt und der Wunsch von uns allen gewesen“, freute sich Norbert Pohlmann (Grüne), dass der Weg für Bau einer Schutzhalle an der Konditionierungsanlage auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums (AWZ) Rechenbachtal frei ist. Einstimmig stimmte der Ausschuss dem Bauantrag der Firma Terrag zu. Eine Vorhalle im Entladebereich soll verhindern, dass bei einer Betriebsstörung gefährliche Stäube in die Umwelt gelangen. Darüber hinaus wurde der Bau eines Waagengebäudes, eines Steuercontainers sowie der eines Büro- und Sozialgebäudes samt Parkplätzen durch die Firma Mitteldeutsche Schlacken Union genehmigt.

Ebenfalls grünes Licht gab es für den Neubau einer Kapelle auf dem Areal der Niederauerbach-Kaserne. Auch wenn sich Thorsten Gries (SPD) wunderte, warum die Bundeswehr „kein Geld für eine bessere Ausstattung hat, für eine Kapelle aber sehr wohl Geld da ist“, obwohl in nächster Umgebung doch zahlreiche Kirchen stehen würden. Zudem wurde die Baugenehmigung für zwei neue Trafostationen auf dem Kasernengelände erteilt.