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Südwestpfalz schneidet in Studie besser ab
Zweibrücken bei Lebensbedingungen „abgehängt“

 Unter anderem bei der Hausärzte-Versorgung und der Lebenserwartung schneidet Zweibrücken schlechter ab als fast alle Nachbarregionen.
Unter anderem bei der Hausärzte-Versorgung und der Lebenserwartung schneidet Zweibrücken schlechter ab als fast alle Nachbarregionen. FOTO: dpa / Stephan Jansen
Berlin. Rheinland-Pfalz ist laut einer neuen Studie weit vom grundgesetzlich geforderten Anspruch der gleichwertigen Lebensbedingungen in den verschiedenen Regionen entfernt. Insbesondere im Süden sind der Untersuchung zufolge einige „abgehängte“ Regionen zu finden.

Für den am Donnerstag in Berlin vorgestellten „Teilhabeatlas“ verglich das „Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung“ 401 deutsche Landkreise und kreisfreie Städte nach Indikatoren wie kommunalen Steuereinnahmen, Hartz-IV-Quoten, Abwanderung, Infrastruktur und Lebenserwartung. Wie gut Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben könnten, hänge zu einem guten Teil von ihrem Wohnort ab, sagte Direktor Reiner Klingholz.

Besonders schlecht seien diese Chancen in den seit Jahren wirtschaftlich darbenden Regionen in der Pfalz. Pirmasens, Zweibrücken, Kaiserslautern und Ludwigshafen wurden in die schlechteste Städtekategorie der „Großstädte mit Problemlagen“ eingeordnet. Das bedeutet geringes Einkommen, viele Sozialhilfeempfänger, kein schnelles Internet, wenig Einkaufsmöglichkeiten und längere Wege zum Arzt. Der Kreis Südwestpfalz dagegen landete in der mittleren Kategorie „Ländliche Regionen mit vereinzelten Problemen“.

Einige Zweibrücker Auffälligkeiten: Bei der Nähe zu „Einrichtungen des täglichen Bedarfs“ schneidet Zweibrücken deutlich schlechter ab als Pirmasens. Sehr gut sind dagegen die Zahlen von Zweibrücken und Pirmasens bei der Verfügbarkeit schnellen Internets. Viel schlechter als Nachbarregionen schneiden Zweibrücken und Pirmasens beim verfügbaren Einkommen der Bürger ab. Auch die Lebenserwartung ist (besonders in Pirmasens) stark unterdurchschnittlich. Der Anteil von Schulabgängern ohne (mindestens) Hauptschulabschluss ist in Zweibrücken viel höher als in Nachbarregionen. Auch bei der Hausärzte-Dichte fällt Zweibrücken in der weiteren Region deutlich ab.



Am besten schnitten in Rheinland-Pfalz Mainz-Bingen, die Rhein-Pfalz und Neustadt ab.

(lf)