| 20:19 Uhr

Maus-Türöffner-Tag
Einen Tag lang ein THW-Helfer sein

 Elias Herz (links) und Marcel Sperber vom THW üben beim ersten Maus-Türöffner-Tag die Rettung eingeklemmter Personen mit Hilfe des Spreizers.
Elias Herz (links) und Marcel Sperber vom THW üben beim ersten Maus-Türöffner-Tag die Rettung eingeklemmter Personen mit Hilfe des Spreizers. FOTO: Susanne Lilischkis
Zweibrücken. Beim Maus-Türöffner-Tag konnten Eltern und Kinder die Arbeit des THW Zweibrücken hautnah erleben. Von Susanne Lilischkis

Für das Technische Hilfswerk (THW) Zweibrücken war es der erste Maus-Türöffner-Tag. „Wir haben diese Aktion, bei der Kindern die Arbeit des THW vorgestellt wird, bei anderen Ortsverbänden gesehen. Und dann haben wir das auch gemacht. Es ist ein großer Erfolg“, sagte Pressesprecher Johannes Weber zu der Veranstaltung auf dem Kreuzberg. Dort hat der Verein ein riesiges Gelände, das zu Zeiten des amerikanischen Militärs eine Panzerwerkstatt war. Jetzt beherbergen die zahlreichen Garagen und Hallen die THW-Fahrzeuge sowie die Ausrüstung, die benötigt wird, um im Katastrophenfall schnell helfen zu können.

Das Technische Hilfswerk wird oft von der Feuerwehr angefordert, wenn spezielle Werkzeuge zum Einsatz kommen sollen. Zum Beispiel das hydraulische Rettungsgerät, mit dem man eingeklemmte Personen aus einem Unfallfahrzeug befreien kann.

Elias Herz interessierte sich vor allem für den Spreizer. Mit Hilfe von Marcel Sperber gelang es ihm, mit dem Spezialgerät ein Schrottauto anzuheben. „Die Schrottautos bekommen wir als Spende geschenkt. Schließlich müssen wir für den Ernstfall üben“, informierte Johannes Weber.



Die Kinder, die teilweise zusammen mit ihren Eltern auf den Kreuzberg gekommen waren, erwartete ein bunter Parcours. So konnten sie das Heben schwerer Lasten wie Betonröhren mit Hilfe von aufblasbaren Luftkissen erleben, sie bekamen gezeigt, wie man Spezial-Knoten knüpft und wie man Sandsäcke richtig befüllt.

Die Notfunker vom Deutschen Amateur-Radio-Club, die ebenfalls auf dem Gelände des THW ansässig sind, stellten ihre Arbeit vor. Auch sie wollen verstärkt die Jugend ansprechen. „Im Frühsommer des kommenden Jahres planen wir Kinder und Jugendliche ab zehn Jahre an die Technik heranzuführen. Wir werden Lehrgänge fürs Löten und für einfache Schaltungen anbieten“, sagte Vorsitzender David Valence-Lopez.

Währenddessen ließen sich die großen und kleinen Besucher das Mittagessen aus Grillwürsten, Kartoffelsalat und Kuchen schmecken.

Anschließend ging es mit den THW-Fahrzeugen in die Stadt. Dort konnten die Kinder und Jugendlichen mit einem Dummy die Rettung eines Menschen aus dem Schwarzbach üben. „Die Arbeit des THW ist spannend und facettenreich, man kann sich in vielen Bereichen spezialisieren“, bemerkte Johannes Weber. Auch Frauen finden nach seinen Worten verstärkt den Weg zum THW.

Das THW nimmt auch teil am Bundesfreiwilligendienst. „Man erlebt viel als Bufdi“, ist sich Johannes Weber sicher, „man reist in Deutschland herum, man kann Lehrgänge, zum Beispiel fürs Schweißen, machen oder den Lkw-Führerschein. Das kann man dann später in seinen Lebenslauf reinschreiben.“

Eric Müller wollte sich die Arbeit des THW ansehen, weil der Jugendliche sehr technikinteressiert ist. Vater Paul Müller war begeistert: „Wir wollten mal sehen, was man sonst nur vom Fernsehen her kennt.“

„Die Eltern sind sehr interessiert, ihnen macht es ebenso viel Spaß wie den Kindern“, hat Johannes Müller festgestellt. Für ihn steht fest: „Diesen Tag werden wir auf jeden Fall nächsten Jahr wieder machen.“