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Wälder in der Region
Tag des Baumes: Forstamt besorgt wegen Klimawandel

 Besonders Fichten sind anfällig für Borkenkäfer, die im Hitzesommer 2018 enorme Schäden in ganz Deutschland angerichtet haben.
Besonders Fichten sind anfällig für Borkenkäfer, die im Hitzesommer 2018 enorme Schäden in ganz Deutschland angerichtet haben. FOTO: dpa / Rolf Vennenbernd
Zweibrücken. (red) Am morgigen Donnerstag, 25. April, ist der von der UN ausgerufene jährliche Baumfeiertag. Er soll an die Bedeutung von Bäumen und Wäldern für Leben und Wohlbefinden der Menschen erinnern. Doch weder Bäumen noch Forstleuten ist derzeit nach Feiern zumute.

Nach dem Hitze-und Dürresommer 2018 ist der Wald gestresst, vom Borkenkäfer angefressen und von Winterstürmen durchgeschüttelt. Alleine im Staatswald des auch für Zweibrücken zuständigen Forstamts Westrich starben nach Forstamts-Angaben im letzten Jahr rund 10 000 Bäume ab. Forstleute und Waldbesitzende versuchen, durch Pflanzung klimastabilerer Mischbaumarten die Wälder im Klimawandel bestmöglich zu am Leben zu erhalten.

„Früher war der April der klassische Frühlingsmonat, um Bäume zu pflanzen“, erklärt Förster Dieter Müller vom Forstamt Westrich. „In den letzten Jahren mussten wir aber erleben, dass das Frühjahr mit Temperaturen über 15 Grad schon im Februar begann. Die Nachricht, dass sich unser Klima verändert, ist nicht neu. Darum sind wir auch schon seit Jahren dabei, den Wald auf den Klimawandel vorzubereiten. Aber die Geschwindigkeit der Klimaveränderungen und die Heftigkeit ihrer Folgen für unseren Wald, wie Trockenheit, Sturmschäden und Borkenkäferbefall, erschüttert uns“, so der Forstmann.

Die Forstleute unterstützen den Wald bei der Anpassung an den Klimawandel. Sie setzen dabei verstärkt auf standortangepasste Laub- und Nadelbaumarten, die sich möglichst natürlich verbreiten sollen. Gepflanzt wird auf entstandenen Kahlflächen und dort, wo ein Baumartenwechsel zum Beispiel hin zur Buche, ohne aktive Unterstützung der Forstleute von Natur aus viele Jahrzehnte oder Jahrhunderte dauern würde.



Im Wald der Zukunft werden viele alte Bekannte wachsen: Buchen, Eichen, Weißtannen, Kiefern, Linden, Birken und viele andere standortangepasste Baumarten. Zusätzlich wird Saatgut aus wärmeren und trockenen Regionen eingesetzt. Zum Beispiel Eichensaatgut aus Kroatien, denn dort herrscht heute schon ein Klima, welches wir in Zukunft für Deutschland erwarten. „Vielfalt ist Sicherheit! Je größer die Zahl der Baumarten in einem Wald ist, desto geringer ist das Risiko für den Wald, wenn eine einzelne Baumart die Veränderungen nicht bewältigt,“ erklärt Förster Müller. Um zukünftig eine größere Vielfalt an Baumarten für unterschiedliche Standort- und Klimabedingungen zu haben, werden auch fremdländische Baumarten, wie der Tulpenbaum, die Baumhasel oder die Schwarznuss erforscht. Dies sind nur einige Baumarten, die für das Klima der Zukunft geeignet scheinen und die bereits seit vielen Jahren bekannt sind.