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Stadtwerke Zweibrücken
Strom und Gas werden teurer

Werner Brennemann, Chef der Stadtwerke.
Werner Brennemann, Chef der Stadtwerke. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Die Stadtwerke Zweibrücken geben Steigerung auf dem Energiemarkt an die Kunden weiter. Von Fritz Schäfer

Keine gute Nachricht für die über 21 000 Strom- und die über 12 000 Gaskunden der Zweibrücker Stadtwerke: Strom und Gas werden ab Januar teurer. „Das ist nicht erfreulich für unsere Kunden“, gesteht auch Stadtwerke-Geschäftsführer Werner Brennemann ein. Doch die Preise auf dem Energiemarkt seien seit dem Frühjahr „explodiert“. Die Situation in China, den USA und Sanktionen hätten die Märkte verunsichert.

Brennemann kündigte in dem Pressegespräch zwar an, dass sowohl der Strom- als auch der Gaspreis „Jahrespreise“ sind und die Stadtwerke die Preise „halten werden“. Aber insgesamt sei schwer vorher zu sagen, „wohin die Reise geht. Da passiert in der Welt und auf den Märkten soviel.“

Bei den beiden Preiserhöhungen hätten die Stadtwerke lediglich die Steigerung auf dem Energiemarkt weitergegeben, unterstreicht Werner Brennemann. Der durchschnittliche Vier-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 3600 Kilowattstunden Strom und 21 000 Kilowattstunden Gas zahlt nach einer Modellrechnung der Stadtwerke im kommenden Jahr 150 Euro mehr als 2018. Dabei steigt der Strompreis um 4,76 Prozent, der Gaspreis um 7,84 Prozent.



Beim von 90 Prozent der Kunden genutzten Stromtarif SWZ privat plus steigt der Arbeitspreis von 22 Cent pro Kilowattstunde auf 23,17 Cent. Nach der Modellrechnung sind das 50 Euro mehr im Jahr. „Das ist die erste Erhöhung des Strompreises seit fünf Jahren“, sagte Brennemann. Seit 2014 war der Arbeitspreis für Strom konstant geblieben.

Auffallend ist, dass sich die Preise für Privat- und Unternehmenskunden annähern. „Früher spielte beim Strompreis das Verursacherprinzip eine Rolle“, erklärte Stadtwerke-Prokurist Leo Palm. Wer die Infrastruktur stärker beansprucht, zahlte auch mehr. „Doch im jetzigen Marktumfeld ist das nicht mehr umzusetzen.“ Deshalb glichen sich die Preise für private und geschäftliche Kunden an.

Beim SWZ-Erdgasprivatplus, den ebenfalls rund 90 Prozent der Kunden nutzen, steigt der Arbeitspreis von 4,33 Cent pro Kubikmeter auf 4,73 Cent. Nach der Modellrechnung macht das im Jahr 100 Euro aus. „Mit dem Preis liegen wir auf dem Niveau der Jahre 2015 und 2016“, sagte Brennemann. Von Oktober 2011 bis 2015 lag der Preis mit 5,03 Cent sogar noch höher. Auch zum 1. Januar 2017 hatten die Stadtwerke den Strompreis gesenkt. „Eine Preiserhöhung macht man nicht gerne.“

„Der Wasserpreis und die Eintrittspreise für das Hallenbad bleiben konstant“, hatte der Geschäftsführer auch eine erfreuliche Information parat. Zuletzt war der Wasserpreis in Zweibrücken zweimal in Folge gestiegen. Im Frühsommer 2017 wurde der zwei Millionen Euro kostende neue Erdbehälter auf dem Galgenberg als große Investition fertig gestellt.