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Führerschein-Prüfungen
Stress-Probleme und Helikoptereltern

 28,3 Prozent der Schüler fallen in Rheinland-Pfalz durch die praktische Fahrprüfung.
28,3 Prozent der Schüler fallen in Rheinland-Pfalz durch die praktische Fahrprüfung. FOTO: dpa / A3462 Marcus Führer
Zweibrücken. Zweibrücker Fahrlehrer haben ihre eigenen Erklärungen für die hohe Durchfallquote bei Führerscheinprüfungen. Von Nadine Lang

Das Erlangen des Führerscheins ist für viele der Inbegriff der Freiheit. Doch um den begehrten Schein überhaupt zu bekommen, stehen nicht nur Theorie- und Praxisstunden auf dem Programm, sondern auch zwei Prüfungen. Letztes Jahr nahmen in Rheinland-Pfalz 94 456 Menschen an der theoretischen und 89 086 Menschen an der praktischen Prüfung teil. Doch nicht jeder, der die Prüfung antritt, besteht diese auch. Laut der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes fielen in Rheinland-Pfalz 36,2 Prozent der Teilnehmer durch die theoretische und 28,3 Prozent durch die praktische Prüfung.

Diese Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu betrachten, erklärt Stephan Immen, Pressesprecher des Kraftfahrt-Bundesamtes, denn: „Dort können auch Personen dazwischen sein, die mehrere Anläufe, vielleicht sogar sechs oder sieben, gebraucht haben.“ Aus welchen Gründen die Anwärter durchfallen, kann das Kraftfahrt-Bundesamt allerdings nicht nachvollziehen. Mehrere Anläufe bräuchten manchmal beispielsweise Einwanderer aus Nicht-EU-Ländern, die zur Anerkennung ihres bisherigen Führerscheins eine Umschreibung vornehmen müssen.

Dazu müssen beide Prüfungen in Deutschland nochmals abgelegt werden und das wird gerne unterschätzt, wie Markus Glutting von der Fahrschule Hahn & Fochs in Zweibrücken weiß, denn die Regel sei solch eine hohe Durchfallrate im Normalfall nicht. „Wir sind bei der Quote nicht dabei, alleine bei der Theorie liegen wir bei 90 Prozent, in denen die Prüfungen bestanden werden“, erklärt er, denn als Fahrschullehrer sieht er sich auch in der Pflicht, seine Fahrschüler erst dann zur Prüfung zuzulassen, wenn eine gewisse Prüfungsreife erkennbar ist.



Eine Veränderung ist ihm im Laufe seiner 22 Arbeitsjahre als Fahrschullehrer dennoch aufgefallen, die zu einer höheren Durchfallquote im Laufe der Jahre geführt hat. „Es ist schon so, dass die heutige Jugend mit dem Faktor Stress nicht mehr so gut umgehen kann“, erklärt Markus Glutting. Als Grund sieht er eine Kombination aus mehreren Faktoren, wie etwa höherer Leistungsdruck aber auch eine Überfürsorge der Eltern, Stichwort „Helikopter-Eltern“.

„Es liegt auch oft an den Sprachproblemen“, stellt eine Fahrlehrerin aus dem Raum Zweibrücken fest, die namentlich nicht genannt werden möchte. Verständigungsprobleme, andere Regeln und das richtig zu verstehen und zu begreifen, sei gerade für Zuwanderer nicht immer leicht.