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Zweibrücker Oberbürgermeister-Wahlkampf
Ohler wirft Gensch Rücksichtslosigkeit gegen Pirmann vor

SPD-Stadtrat Wolfgang Ohler.
SPD-Stadtrat Wolfgang Ohler. FOTO: cvw
Zweibrücken. Das SPD-Stadtratsmitglied Wolfgang Ohler hat sich gestern in einer Pressemitteilung empört über Andeutungen von CDU-Ratsfraktionschef Christoph Gensch geäußert, der Urlaub des Beigeordneten Henno Pirmann (SPD) nutze dem SPD-Oberbürgermeister-Kandidaten, Professor Marold Wosnitza, und schade dem CDU-Kandidaten, Bürgermeister Christian Gauf (CDU).

Ohler schreibt: „Da in Verwaltung und Stadtrat die besondere familiäre Belastung des Beigeordneten Henno Pirmann bekannt ist, die ihn immer wieder einmal zu kurzen ,Auszeiten’ veranlasst, verbietet sich dazu aus Gründen der Rücksicht jeder negative Kommentar. Daran hat sich bisher jeder gehalten, auch Bürgermeister Christian Gauf; um so bedauerlicher, dass Ratskollege Gensch aus dieser Gemeinschaft der Kollegialität nun ausgebrochen ist.“

Zur Belastung von Bürgermeister Gauf merkt Ohler außerdem an: „Schon im Frühjahr, als sich ein längerer krankheitsbedingter Ausfall von Oberbürgermeister Kurt Pirmann abzeichnete, habe ich Bürgermeister Gauf angeboten, ihn als Ratsmitglied bei kulturellen Anlässen, Feiern, Gratulationen und Ähnlichem zu entlasten; Kollegen und Kolleginnen aus anderen Fraktionen (zum Beispiel Ingrid Kaiser) haben sich diesem Angebot spontan angeschlossen. Bürgermeister Gauf hat den Vorschlag dankbar begrüßt, aber bis heute davon keinen Gebrauch gemacht.“

Henno Pirmann hatte am Montag Genschs Andeutungen ebenfalls als „überzogen und unangemessen“ kritisiert, aber seinen für nächste Woche geplanten Urlaub auf zweieinhalb Tage reduziert, um „Spekulationen“ entgegenzutreten, die Gensch verursacht habe (wir berichteten).



Gensch hatte zuvor im Merkur gesagt: „Gaufs Wahlkampf wird natürlich nicht gerade dadurch leichter, dass Dezernent Pirmann in den Urlaub geht.“ Zumal es Gauf schon vor dem ersten Wahlgang – bei dem er überraschend 6,3 Prozentpunkte hinter Wosnitza landete – schwer gehabt habe: Er musste die Dezernatsbereiche des am 16. Juni verstorbenen Oberbürgermeisters Kurt Pirmann (SPD) ersetzen; dazu sei gekommen, dass Henno Pirmann ab Ende August drei Wochen krank war, erinnerte Gensch.

(lf)