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Geplantes „Stopp“-Schild sorgt für Diskussionen
Der Überflieger erhitzt die Gemüter

 Die „Vorfahrt achten“-Schilder am Überflieger sollen durch ein „Stopp“-Schild ersetzt werden.
Die „Vorfahrt achten“-Schilder am Überflieger sollen durch ein „Stopp“-Schild ersetzt werden. FOTO: Jan Althoff
Zweibrücken. Viel Unmut und Spott ergießt sich auf Facebook über den Plan, am Autobahn-Zubringer ein Stopp-Schild aufzustellen. Von Mathias Schneck

Der Überflieger wird zum Tiefflieger. So zumindest sehen es zahlreiche Kommentatoren auf der Facebook-Seite des Pfälzischen Merkur. Der Merkur-Bericht vom 15. Juni sorgt in dem Sozialen Netzwerk für enorme Resonanz. Dass der LBM (Landesbetrieb Mobilität) inzwischen zur Auffassung gelangt ist, die Verkehrssituation am Überflieger sei gefährlich und müsse durch ein Stopp-Schild entschärft werden, sorgt auf Facebook für ungläubiges Staunen, Spott und Kritik.

Patrick Lang kommentiert die Entwicklung: „Der Überflieger hätte nur mit einer Einfädelspur auf die Autobahn Sinn gemacht. Jetzt, wo Stoppschilder angebracht werden, kann ein Einfahren auf die Autobahn durch den Kreisel durchaus schneller sein, da man auf dem Überflieger ausgebremst wird. Ziel klar verfehlt, weshalb ich die Sinnhaftigkeit dieses Millionenprojektes nach wie vor in Frage stelle, bzw. ich es für absolute Geldverschwendung halte. Durch diese Stoppschilder sind Auffahrunfälle auch leider schon vorprogrammiert.“

Peter Schehl kann nur noch den Kopf schütteln. Er schreibt: „Der Plan: ein nicht bestehendes Verkehrsproblem soll gelöst werden – genial, da kann man eigentlich nichts falsch machen. Das Ergebnis: Ein bisher nicht existierendes Verkehrsproblem wurde erschaffen.“



Jutta Frenzel ätzt über das Projekt: „Unnötig wie ein Kropf am Hals.“

Anja Baumann lässt den millionenschweren Überflieger einfach rechts liegen: „Ich nutze weiter den Kreisel! Freie Fahrt voraus!“

Sabine Blatt stöhnt, dass sie von Nicht-Zweibrückern bereits verhohnepiepelt werde: „Wurde letztens von einem Auswärtigen gefragt, was das da sein soll. ,Na, das ist unser neuer Überflieger’ hab ich ganz stolz gesagt . .  Hätte wissen müssen, dass das ’ne Steilvorlage war.“

Martina Lang findet: „Das wäre doch ein Fall für Mario Barth“ (Hintergrund: Barth prangert in einer Fernsehsendung Fälle von Steuerverschwendung in Deutschland an).

Georg Dhom antwortet daraufhin: „Dem hab ich schon eine Mail geschickt.“

Dominic Peterson wundert sich über die Argumentation, die Leitplanken links entlang des Überfliegers behinderten die Sicht der Autofahrer, es lasse sich nicht erkennen, ob vom vorfahrtberechtigten Kreisel-Ast aus ebenfalls Autofahrer auf die Autobahn wollten. „Wo bitte sieht man da nichts? Ich seh da alles durch die Leitplanke. Von der Auffahrt bis Ende“, erklärt Peterson.

Louisa Kehrel entgegnet: „Ich denke, das kommt auf das Auto an und die Größe des Fahrers . . . Ich bin gezwungen, anzuhalten.“

Thomas Schatton fordert Vorfahrt für den Verkehr auf dem Überflieger, stattdessen müsse der Verkehr aus dem Kreisel gebremst werden. „Leitplanke tiefer, aber vor allem freie Fahrt für den Überflieger (rechts vor links), Vorfahrt achten vom Kreisel aus (eventuell auch Stopp), das wäre noch die einzig ,sinnvolle’ Regelung“, findet er.

Sven Büchel sieht das ähnlich: „Ich denke, dass ein Stopp-Schild noch gefährlicher ist, da man dadurch nicht mehr in der Lage ist, sich zügig einzuordnen. Bis man da wieder angerollt ist, kommt vom Kreisel her der nächste angerauscht.“

Jürgen Kalleder versucht, trotz seines Ärgers über das „Verplempern“ von Steuergeldern, den Humor nicht zu verlieren. „Die Krönung wäre ja wirklich ,Freie Fahrt für den Überflieger’ – also ein Stoppschild auf die Autobahn.“

Karl-Heinz Graul spöttelt: „Jetzt fehlt nur noch der Kreisel auf der Autobahn.“

Frederic Latour steht der Sinn nicht nach Humor: „Unverbesserliche Dilettanten, die in der freien Wirtschaft eine Abmahnung bekämen. Ein Fall für den Bund der Steuerzahler.“

Martina Lang macht klar: „Ich werde diese Auffahrt nicht nutzen.“

Rainer Noa ist einer der wenigen, die lobende Worte finden: „Ich nutze den Überflieger tagtäglich und finde gerade dann, wenn sich ein Rückstau gebildet, hat die Möglichkeit, direkt auf die Autobahn zu fahren, super. Es ist auch keinesfalls zu viel verlangt, langsam auf das „Vorfahrt achten“-Schild zuzufahren und gegebenenfalls zu warten. Es ist auch keineswegs unübersichtlich – man muss sich nur die Mühe machen, den Kopf zu drehen und den Verkehr zu prüfen. Ein Stopp-Schild führt das Ganze ad absurdum!“

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